Laminat ist ein strapazierfähiger, holzähnlicher Boden, der nicht nur recht günstig in der Anschaffung, sondern auch sehr einfach zu verlegen ist. So erfreut er sich bei Heimwerkern großer Beliebtheit, kommt aber auch im Gewerbe regelmäßig zum Einsatz. Doch wie strapazierfähig ist das Laminat wirklich? Welches Laminat kann ruhigen Gewissens in der Küche verlegt werden und welches eignet sich für den Flur? Auskunft darüber geben die in der Norm DIN EN 13329 festgelegten Beanspruchungsklassen und Nutzungsklassen, die im folgenden näher beschrieben werden.

Von Beanspruchungsklassen und Nutzungsklassen

Schon der normale Hausverstand macht klar: Je nach dem, in welchem Wohnbereich ein Boden verlegt ist, wird er unterschiedlich starken Beanspruchungen ausgesetzt. So muss ein Boden im Schlafzimmer weniger Belastungen aushalten als in einem Flur oder gar in einem Geschäftslokal. 

Wie aber kann die Belastbarkeit eines Laminatbodens objektiv beurteilt werden? Um für Transparenz und Vergleichbarkeit der Produkte zu sorgen, wurden dazu sowohl Beanspruchungsklassen als auch Nutzungsklassen in der Norm DIN EN 13329 festgelegt. Die unterschiedlichen Beanspruchungsklassen berücksichtigen dabei nicht nur den Abrieb, sondern auch die speziellen Anforderungen der Benutzung. Das sind Schlagfestigkeit, Fleckenunempfindlichkeit, Verhalten gegen Zigarettenglut, Verschieben von Möbelfüßen, Stuhlrolleneignung und die Dickenquellung an der Kante der Trägerplatte.

Die erste grundsätzliche Einteilung der Belastbarkeit geschieht anhand der Beanspruchungsklasse. Diese wird durch die erste Ziffer der Nutzungsklasse ausgedrückt. Dabei gilt:

  • 2 – Nutzung für den privaten Wohnbereich
  • 3 – Nutzung für den gewerblichen bzw. öffentlichen Bereich

Anhand der zweiten Ziffer der Nutzungsklasse wird die Beanspruchungsklasse noch verfeinert. So gibt diese Ziffer die Höhe der Beanspruchung des Laminatbodens an. Das sind

  • 1 – geringe Nutzung
  • 2 – mittlere Nutzung
  • 3 – hohe Nutzung

Die daraus resultierenden möglichen Nutzungsklassen bilden für den privaten Bereich NK 21, NK 22, NK 23 und für den gewerblichen Bereich NK 31, NK 32, NK 33. Die Nutzungsklasse ist verpflichtend auf jedem Laminat anzugeben und wird durch eine zweistellige Zahl beschrieben.

Hinweis: Aber Achtung, die Nutzungsklasse sagt nichts über die Qualität des Laminats per se aus. Denn für die Qualität eines Laminats sind neben der Nutzungsklasse insbesondere das Material der Trägerplatte wie Spanplatte, HDF (hoch dichte Faserplatte) oder MDF (mittel dichte Faserplatte), eventuelle zusätzliche Einlageschichten wie auch die Verarbeitung im DPL (Direct Pressure Laminate), HPL (High Pressure Laminate) und anderen Verfahren ausschlaggebend.

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Welche Nutzungsklasse für welchen Raum

Die Einteilung des Laminats in Nutzungsklassen ist das eine. Das andere ist die Beurteilung, welcher Raum wie genutzt wird. Die nachfolgende Tabelle gibt darüber Auskunft, in welche Klassen verschiedene Räume in der Regel eingeteilt werden. Abhängig von der individuellen Nutzung kann das im Einzelfall natürlich anders aussehen.

Private Bereiche und Wohnbereiche Gewerbliche und öffentliche Bereiche
geringe Nutzung mittlere Nutzung hohe Nutzung geringe Nutzung mittlere Nutzung hohe Nutzung
Schlafzimmer Wohnzimmer Flur kleine Büros Büros Großraumbüros
Gästezimmer Esszimmer Küche Gästezimmer Besprechungsräume Flure, Foyers
Abstellraum Kinderzimmer Heimbüro Hotelzimmer kleine Läden, Cafes Verkaufsräume
  Hobbyraum     Wartezimmer öffentliche Gebäude 
NK 21 NK 22 NK 23 NK 31 NK 32 NK 33

 

Fazit

Durch moderne Produktionsprozesse bedingt hat sich in der Praxis zumindest bei Markenprodukten die Nutzungsklasse 23 bzw. 31 etabliert. Solche Böden sind sowohl für private Bereiche mit geringer bis hoher Nutzung als auch für gewerbliche Bereiche mit geringer Nutzung geeignet. Langes Überlegen und eine aufwändige Planung entfallen daher im Bereich des Heimwerkens, da Laminat der Nutzungsklasse 23 für alle Bereiche im Eigenheim bestens geeignet ist. 

Trotzdem bleibt der Blick auf die Nutzungklasse unerlässlich! Nur so lässt sich verhindern, dass das vermeintliche Schnäppchen am Ende nicht doch noch zum Fehlkauf mutiert.