Drei Projekte, die dem Nachwuchs zugutekommen

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Aktualisiert am 18.06.2024
Ein positiver Test, ein gratulierender Arzt räumen sämtliche Zweifel aus dem Weg – Selbermacher-Nachwuchs ist unterwegs. Natürlich sind die berühmten neun Monate mit allerlei Aufgaben gefüllt und danach wird es in der ersten Phase kaum Zeit für größere DIY-Projekte geben. Wer dennoch sein Werkzeug in all diesen Monaten nicht nur nutzen will, um Babybett und Wickeltisch zusammenzuschrauben oder allerhöchstens sehr simple Spielzeuge zu basteln, für den haben wir jetzt drei Projekte. Ihr Merkmal: Sie werden definitiv dem neuen Erdenbürger und den Nerven seiner Eltern zugutekommen.

Balkon oder Terrasse Kindersicher machen

  • stock.adobe.com © malkovkosta | Ab dem Krabbelalter können Balkone ein buchstäblich lebensgefährliches Pflaster sein. Sicherheit ist…
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Selbst wer zuhause Hof und Garten besitzt, der lernt als Eltern meist schnell die Vorzüge von Balkonen oder ebenerdigen Terrassen zu schätzen. Denn die gestatten einen deutlich niedrigschwelligen Outdoor-Spaß,

  • ohne dazu den Nachwuchs sonderlich umziehen zu müssen;
  • ohne dass er in einer unbeobachteten Sekunde entwischen kann;
  • ohne größere Gefahren für ein völlig verdrecktes Kind.

Allerdings sind Terrassen, und noch mehr höhergelegene Balkone, per se kein kindersicherer Ort; insbesondere dann, wenn die Krabbelphase eingeläutet wurde. Das bedeutet Werkzeug hervorholen. Folgendes steht auf der Agenda – natürlich je nach Architektur und Besitzverhältnissen unterschiedlich stark ausgeprägt.

  • Sofern der Balkon nicht schon vollständig blickdicht ist, sollte das auf seiner Außenseite nachgeholt werden. Hierzu existieren modulare, konfigurierbare Möglichkeiten aus robusten Stoffen in wählbaren Farben und mit unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten. Blickdicht nicht nur, um anderen die Sicht auf den spielenden Nachwuchs zu nehmen, sondern um diesen Blicke auf Dinge zu verwehren, welche ihn womöglich zu gefährlichen Handlungen verleiten. Nebenbei schirmen solche Helfer den Kleinen gegen Zugluft ab.
  • Innen sollte das Balkongitter so gestaltet werden, dass das Kind daran weder hochklettern noch hindurchkriechen oder Spielzeug auf Nimmerwiedersehen verschwinden kann – etwa das mit zu viel Schwung geworfene Plüschtier. Wirklich tauglich dafür sind nur feste, vollflächige Materialien, ganz besonders Plexiglas, falls der Blickschutz außen nur temporär montiert werden soll.
  • Die Brüstungshöhe sollte kritisch betrachtet werden. Sie muss in Österreich je nach Art der Brüstung lediglich 85 Zentimeter betragen. Selbst bei zwölf und mehr Metern Absturzhöhe genügen 110 Zentimeter. Das kann schon in jungen Jahren eines stehenden Nachwuchses zu wenig sein, wenn der die Arme ausstreckt und sich an der Brüstung hochzieht. Bei typischen Balkongittern aus Metallrohr und/oder Holz bieten sich simple geschraubte Lösungen an. Wenn erstere feuerverzinkt sind, dann bitte nach dem Bohren eine Schicht Zinkspray applizieren, sonst kommt der Rost sehr rasch.

Bitte zudem niemals die generelle Kletterwilligkeit von Kindern unterschätzen. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, sollte deshalb besser oberhalb der Brüstung noch sogenanntes Katzennetz einziehen, bis sich eine geschützte Höhe von mindestens 180 Zentimetern ergibt.

Generell gilt: Den Balkon aus der Höhe eines krabbelnden Babys oder stehenden Kleinkindes betrachten. Dann finden sich meist noch andere Stellen, die entschärft werden sollten.

 

Eine Greif- und Tastwand bauen

  • stock.adobe.com © Björn Wylezich | Pinsel, Ketten und ähnliche Werkstattutensilien können durchaus lehrreiches Spielzeug sein – wenn sie an…
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Kinder fassen nicht nur gefühlt alles an, weil sie unheimlich viel über ihren Tastsinn lernen – und somit buchstäblich die Welt um sie herum „begreifen“. Vieles, was von Spielzeugherstellern angeboten wird, fördert diesen Gedanken und hilft so immens dabei, dem Nachwuchs schon in frühester Kindheit eine gute Feinmotorik zu vermitteln. Was das für eine spätere DIY-Karriere bedeutet, dürfte auf der Hand liegen.

Eines steht jedoch fest: Was man kaufen kann, ist oft sehr teuer – und enthält selten etwas, was ein guter Heimwerker nicht selbst bauen könnte. Die folgende Greif- und Tastwand wird in vergleichbarer Form zu einem deutlich dreistelligen Preis als fertiges Exemplar verkauft. Als DYI-Projekt sollte es um ein Vielfaches günstiger gehen:

  • Ein Brett aus Naturholz oder Naturholzfurnier. Maße ab zirka 50 x 50 Zentimeter frei wählbar. Gerne in einer geschwungenen oder (Tier-) Form zurechtgeschnitten und unbedingt an den Kanten sorgfältig glattgeschliffen.
  • Vier oder mehr zirka 20 Zentimeter lange Abschnitte unterschiedlicher Metall- und Kunststoffketten – beim Kauf auf den Klang achten.
  • Einige anschraubbare Möbel- und ähnliche Rollen.
  • Mehrere Pinsel und/oder Bürsten unterschiedlicher Härtegrade.
  • Eine kleine Malerrolle mit möglichst flauschigem Aufsatz.

Diese und ähnliche greifbare Elemente werden einfach auf dem Holzbrett festgeschraubt und dieses dann an der Kinderzimmerwand befestigt – gegebenenfalls zuvor mit Klarlack, Leinöl oder unbedenklicher Farbe gestrichen. Der Sinn dahinter: Alles fühlt sich völlig unterschiedlich an und hat einen eigenen Sound beim Anfassen. Das kann Kinder mitunter stundenlang – und immer wieder – beschäftigen.

Hölzerne Babygitter bauen

  • stock.adobe.com © ronstik | Babygitter sind technisch simpel – und selbstgemachte Stücke zumindest besser an die heimischen Gegebenheiten…
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Gitter vor Treppen und anderen Orten des Hauses werden spätestens mit dem Krabbelalter dringend nötig. Doch selbst wenn viele kommerzielle Stücke sich an unterschiedliche Durchgangsbreiten anpassen lassen, so sind wirklich passgenaue Exemplare doch eher ein optisches Highlight – und auf der Werkbank sehr flott zusammengebaut.

  • Vier Vierkantleisten, die den Rahmen des Gitters bilden. Sie werden an den Enden einfach auf Gehrung gesägt und dann miteinander verleimt. Die Breite ist spezifisch auf die Architektur abgestimmt, die Höhe sollte mindestens 100 Zentimeter betragen.
  • Ausreichend hölzerne Rundstäbe. Stärke mindestens 1 Zentimeter, aber nicht dicker als die Vierkantleisten. Die Anzahl muss ausreichen, damit zwischen den Stäben ein Abstand von 5 Zentimetern nicht überschritten wird.
  • An den Innenseiten der horizontalen Vierkantleisten werden die Rundstäbe markiert und dann 0,5 bis 1 Zentimeter tiefe Sitze mit einem Forstnerbohrer niedergebracht.
  • Die Rundstäbe und die Vierkantleisten werden in einem Arbeitsgang verleimt und alles zusammengesteckt. Dann entweder mit langen Schraubzwingen oder, falls diese in der Werkstatt nicht vorhanden sind, straff gespannten Drähten für mindestens 24 Stunden aushärten lassen.

Zum Schluss müssen die Vierkantleisten nur noch sorgfältig abgeschliffen werden, damit sich kleine Kinderfinger garantiert nirgendwo einen Splitter einfangen. Erneut folgt gegebenenfalls eine abschließende Schutzschicht aus Klarlack, Farbe oder Leinöl. Dann braucht es nur noch zwei simple Scharniere und einen Riegel, um die Gitter im Haus zu befestigen.

 

Bildquellen:
stock.adobe.com © Ananass
stock.adobe.com © malkovkosta
stock.adobe.com © Björn Wylezich
stock.adobe.com © ronstik
 

 

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