Horizontalsperre nachträglich einbringen

Creme-Injektion durchführen
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Aktualisiert am 07.08.2019
Altbauten sind dafür berüchtigt, dass sie schnell nasse Füße bekommen. Denn oftmals fehlt ihnen noch die heute standardmäßig verbaute Horizontalabdichtung. So kriecht das Wasser langsam die Wände hoch und Schimmel wird zum ständigen Problem. Das ist aber kein Grund zum Verzweifeln. Denn hier lässt sich Abhilfe schaffen! Wir demonstrieren in dieser Anleitung, wie sich eine Horizontalsperre nachträglich einbringen lässt.
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Aufsteigende Feuchtigkeit

  • Feuchtigkeit an den Fensterscheiben
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    © diybook | Probleme mit übermäßiger Feuchtigkeit machen sich im Haus schnell bemerkbar. Denn an den kühlen Fensterscheiben setzt sich…
  • Schimmelbildung hinter der Heizung
    © diybook | Wo Luft und Bausubstanz zu feucht sind, dort lässt der Schimmel nicht lange auf sich warten. Kein schöner Anblick... Aber noch…
  • Laborfeuchtemessung ausführen
    © diybook | Wie groß der Ärger wirklich ist, lässt sich im Labor herausfinden. Dazu werden an betroffenen Wänden Probebohrungen…
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Alle, die in einem Altbau wohnen und im Keller regelmäßig feuchte Wände haben, stehen im Prinzip vor demselben Problem: Dem Haus fehlt eine funktionale Außenabdichtung. Gelehrige Kommentare vom Nachbarn, dass das früher eben anders gemacht wurde, können einen dabei wenig trösten. Lösungen sind gefragt!

So ließe sich etwa im Zuge einer Mauertrockenlegung nachträglich eine Horizontalsperre einbringen. Das bewirkt zwar keine Wunder, kann das Problem aber deutlich reduzieren. Deshalb machen wir in dieser Anleitung einmal Schritt für Schritt vor, wie man eine Horizontalsperre nachträglich einbringen kann!

Tipp: Falls Du Dich fragst, ob auch bei Dir die Horizontalabdichtung fehlt, lass den Durchfeuchtungsgrad der Wände testen! Zeigt sich in der Laboruntersuchung, dass die Durchfeuchtung sehr stark ist, kannst Du Dir sicher sein, dass etwas unternommen werden muss.

Material und Werkzeug

Das nachträgliche Einbringen der Horizontalsperre soll per Creme-Injektion erfolgen. Dabei werden einreihig Löcher in die feuchte Wand gebohrt und mit einer Injektionscreme befüllt, die kapillares Aufsteigen von Wasser im Mauerwerk unterbindet. So kann die Wand anschließend auftrocknen. Bei diesem Projekt verwenden wir die Gesan Injektionscreme von Buschek. Sie ist verarbeitungsfertig im 10kg-Gebinde, aber auch in Kartuschen erhältlich. Letztere passen in jede handelsübliche Silikonspritze und eignen sich optimal für begrenzte Einsätze.

Da in unserem Fall jedoch viel Arbeit wartet, entscheiden wir uns für die Variante in Kübeln. Um die Injektionscreme verarbeiten zu können, bedarf es hier einer Injektionspumpe, die das Material mittels Kompressor in die Wand drückt. Solche Pumpen lassen sich etwa auch bei Buschek ausleihen. Außerdem werden noch ein Bohrhammer, ein Spachtel und etwas wasserundurchlässiger Schnellzementmörtel benötigt. Zum Vorfluten der Bohrlöcher empfiehlt sich eine basische Ausgleichslösung aus dem Fachhandel.

Wandsockel freilegen

  • Sockelbereich der Wand freilegen
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    © diybook | Um der aufsteigenden Feuchtigkeit Herr zu werden, lässt sich in schweren Fällen eine Horizontalsperre auch nachträglich…
  • Gereinigter Sockelbereich
    © diybook | Der Sockelbereich wird nach dem Abtragen des Putzes einmal grob gereinigt. Staub, Putzreste und lockeres Material lassen sich…
  • Sackbohrungen anlegen
    © diybook | In Anbetracht der Wandstärke braucht es rund 75 cm tiefe Sackbohrungen, um die Horizontalsperre nachträglich einbringen zu…
  • Bohrlöcher mit Druckluft reinigen
    © diybook | Mittels Druckluft werden die Bohrlöcher gereinigt und von Bohrstaub befreit. Damit sind fast alle Vorbereitungen abgeschlossen,…
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Wie lässt sich nun im Rahmen einer Mauertrockenlegung eine Horizontalsperre nachträglich einbringen? In einem ersten Schritt wird dazu der Sockelbereich des Mauerwerks freigelegt. Das bedeutet, dass der alte Putz auf einer Höhe von 30 cm ab Boden vollständig abgeschlagen wird. Danach sind die Oberflächen mit einem Besen gründlich von Staub und Putzresten zu befreien.

Im freiliegenden Mauerwerk wird mit dem Bohrhammer in 15 cm Höhe eine Linie von Sackbohrungen mit jeweils 10 cm Abstand ausgeführt. Die Tiefe beträgt bei unserer 80 cm starken Bruchsteinmauer rund 75 cm, der Durchmesser 16 mm. Die Löcher werden mit dem Kompressor gründlich von Staub befreit.

Horizontalsperre vorbereiten

  • Bohrlöcher vorfluten
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    © diybook | Nach dem Bohren und Säubern werden die einzelnen Bohrlöcher schließlich vorgeflutet. Vorfluten bedeutet in diesem Fall, dass…
  • Injektionspumpe füllen
    © diybook | Die nachträgliche Horizontalsperre soll per Creme-Injektion eingebracht werden. Dazu braucht es eine Injektionspumpe, die wir…
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Zwar sind nun schon die Löcher vorhanden, um die Horizontalsperre nachträglich einbringen zu können. Für eine erfolgreiche Mauertrockenlegung empfiehlt es sich jedoch, die Bohrungen noch vorzufluten. Auch wir setzen das um, und befüllen die Gartenspritze mit einer basischen Lösung, die im Fachhandel erhältlich ist. Mit ihr lässt sich der pH-Wert im Mauerwerk so regulieren, dass die Funktionalität der Injektionscreme nicht eingeschränkt wird.

Nachdem wir die Lösung in die Bohrlöcher gespritzt haben, machen wir die Injektionspumpe bereit und füllen die Gesan Injektionscreme in den Trichter. Da es sich um eine fertige Mischung handelt, ist nichts weiter zu unternehmen und es kann direkt losgehen!

Horizontalsperre nachträglich einbringen

  • Horizontalsperre einbringen
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    © diybook | Mit der Injektionspumpe können die Bohrungen in der Wand unproblemtisch befüllt werden. Nach und nach werden alle Löcher…
  • Bohrlöcher wieder verschließen
    © diybook | Nach dem Einbringen der Horizontalsperre werden die Bohrungen mit Mörtel zugespachtelt. Nun muss die Injektionscreme langsam…
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Alles ist bereit, so dass wir nun die Horizontalsperre nachträglich einbringen können. Dazu wird die Injektionscreme nach und nach in die einzelnen Bohrlöcher gepumpt. Sobald die Creme leicht austritt, wechseln wir zum nächsten Loch. Die lange Kanüle der Injektionspumpe macht das Befüllen dabei fast zum Kinderspiel!

Dennoch ist Sorgfalt gefragt. Kein Loch darf vergessen werden! Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird etwas Mörtel angemischt. Mit diesem verschließen wir die Bohrlöcher und machen die Wand dicht. Das geht recht schnell, denn schön sein muss es nicht. Die Masse soll nur die Injektionscreme an Ort und Stelle halten. Später müssen wir ohnehin die Wand verputzen.

Das Warten hat begonnen

  • Wartezeit von vier Wochen
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    © diybook | Nun heißt es warten! In der Regel dauert es vier Wochen, bis sich die Horizontalsperre vollständig ausgebildet hat. Doch schon…
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Im Grunde hat es uns überrascht, wie einfach sich eine Horizontalsperre nachträglich einbringen lässt. Allerdings beginnt die wahre Herausforderung erst danach. Denn nun ist eine vierwöchige Wartezeit angesetzt, damit sich die Injektionscreme setzen und zu einer Sperrschicht verbinden kann.

Nimmermüde Geister nutzen diese Zeit, um sich schon einmal über die kommenden Maßnahmen Gedanken zu machen. Denn wenn die Wand neu verputzt werden muss, sollte dazu auch das richtige Material Verwendung finden. Warum ein offenporiger Feuchtmauerputz so wichtig ist, erklären wir in unserem Hintergrund-Artikel Feuchte Wände sanieren!

Altbauten sind dafür berüchtigt, dass sie schnell nasse Füße bekommen. Denn oftmals fehlt ihnen noch die heute standardmäßig verbaute Horizontalabdichtung. So kriecht das Wasser langsam die Wände hoch und Schimmel wird zum ständigen Problem. Das ist aber kein Grund zum Verzweifeln. Denn hier lässt sich Abhilfe schaffen! Wir demonstrieren in dieser Anleitung, wie sich eine Horizontalsperre nachträglich einbringen lässt.
  • Feuchtigkeit an den Fensterscheiben
    © diybook | Probleme mit übermäßiger Feuchtigkeit machen sich im Haus schnell bemerkbar. Denn an den kühlen Fensterscheiben setzt sich regelmäßig Wasser ab - teilweise so stark, dass es bis auf den Boden rinnt. Diese Zeichen sollte man deuten!
  • Schimmelbildung hinter der Heizung
    © diybook | Wo Luft und Bausubstanz zu feucht sind, dort lässt der Schimmel nicht lange auf sich warten. Kein schöner Anblick... Aber noch schlimmer sind die gesundheitlichen Auswirkungen! Sollte aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk Schuld an der Misere sein, wird der Schimmel trotz aller Reinigungsmaßnahmen zum ständigen Gast.
  • Laborfeuchtemessung ausführen
    © diybook | Wie groß der Ärger wirklich ist, lässt sich im Labor herausfinden. Dazu werden an betroffenen Wänden Probebohrungen durchgeführt und das Bohrmehl aufgefangen. Dieses lässt sich dann mittels Gravimetrie auf seinen Durchfeuchtungsgrad hin analysieren. Die Wände in unserem Beispiel sind so feucht, dass ihnen mit Sicherheit eine Horizontalabdichtung fehlt.
  • Sockelbereich der Wand freilegen
    © diybook | Um der aufsteigenden Feuchtigkeit Herr zu werden, lässt sich in schweren Fällen eine Horizontalsperre auch nachträglich einbringen. Zur Vorbereitung wird zunächst der Sockelbereich der betroffenen Wand freigelegt. Der Putz wird auf 30 cm vollständig abgeschlagen, so dass das Mauerwerk sichtbar wird.
  • Gereinigter Sockelbereich
    © diybook | Der Sockelbereich wird nach dem Abtragen des Putzes einmal grob gereinigt. Staub, Putzreste und lockeres Material lassen sich auf diese Weise entfernen, bevor es weitergeht. Zum Vorschein kommt ca. 80 cm dickes Bruchsteinmauerwerk.
  • Sackbohrungen anlegen
    © diybook | In Anbetracht der Wandstärke braucht es rund 75 cm tiefe Sackbohrungen, um die Horizontalsperre nachträglich einbringen zu können. Diese werden in einem Abstand von 10 cm angelegt, der Durchmesser beträgt 16 mm.
  • Bohrlöcher mit Druckluft reinigen
    © diybook | Mittels Druckluft werden die Bohrlöcher gereinigt und von Bohrstaub befreit. Damit sind fast alle Vorbereitungen abgeschlossen, um die Horizontalsperre nachträglich einbringen zu können.
  • Bohrlöcher vorfluten
    © diybook | Nach dem Bohren und Säubern werden die einzelnen Bohrlöcher schließlich vorgeflutet. Vorfluten bedeutet in diesem Fall, dass eine spezielle Flüssigkeit in die Löcher gesprüht wird, mit der sich der pH-Wert im Mauerwerk einstellen lässt. Das ist entscheidend, wenn die neue Horizontalsperre ihre volle Funktionalität wahren soll.
  • Injektionspumpe füllen
    © diybook | Die nachträgliche Horizontalsperre soll per Creme-Injektion eingebracht werden. Dazu braucht es eine Injektionspumpe, die wir für unser Beispiel mit Gesan Injektionscreme bestücken.
  • Horizontalsperre einbringen
    © diybook | Mit der Injektionspumpe können die Bohrungen in der Wand unproblemtisch befüllt werden. Nach und nach werden alle Löcher aufgefüllt.
  • Bohrlöcher wieder verschließen
    © diybook | Nach dem Einbringen der Horizontalsperre werden die Bohrungen mit Mörtel zugespachtelt. Nun muss die Injektionscreme langsam ihre Wirkung entfalten.
  • Wartezeit von vier Wochen
    © diybook | Nun heißt es warten! In der Regel dauert es vier Wochen, bis sich die Horizontalsperre vollständig ausgebildet hat. Doch schon während dieser Zeit sollten sich die Wände bald deutlich trockener anfühlen.
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Feuchte Wände können einem den Spaß am eigenen Zuhause kräftig verderben. Denn Wasserflecken und Schimmel werden zu ständigen Begleitern. Oftmals steht man der Situation sogar recht hilflos gegenüber, weil nicht einmal Ursache und Größenordnung des Problems bekannt sind. Umso wichtiger ist es, hier Fachwissen einzuholen, um anschließend zielgerichtete Maßnahmen treffen zu können.

Wir haben uns das nicht zweimal sagen lassen und der Firma Buschek einen Besuch abgestattet. Die Experten für Bautenschutz wissen, wie man eine feuchte Wand sanieren muss, und haben uns gezeigt, was alles dazugehört. Von der Analyse der Durchfeuchtung, über die Feuchtigkeitssperre bis hin zur Sanierung durften wir das ganze Verfahren begleiten, in das sich auch Selbermacher kräftig einbringen können. Und wir haben dabei schnell gelernt, worauf es bei einem guten Feuchtraumputz wirklich ankommt.

Warte also nicht lange und schaue Dir unsere neue Reportage gleich an. Dann wirst auch Du schon bald wissen, wie Du eine feuchte Wand sanieren kannst!

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