So schützen Sie sich und Ihre Terrasse - Überdachung selber bauen

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Aktualisiert am 20.11.2020
Die Terrasse ist in Wohnungen und Häusern oftmals der beliebteste Platz. Die meisten Menschen empfinden es als sehr angenehm, viel Zeit in der frischen Luft zu verbringen. Mit bequemen Gartenmöbeln wird der Aufenthalt auf der geliebten Terrasse gleich noch einmal viel komfortabler. Lediglich die unterschiedlichen Wetterbedingungen können das Vergnügen manchmal ein wenig trüben. Deshalb empfiehlt es sich, zumindest einen Teil der Terrasse zu überdachen, um die Aussicht und die Luft auch noch bei einem kleinen Regenguss oder bei allzu großer Sonneneinstrahlung genießen zu können.

Ein Auftrag für Profis

  • Terrasse ohne Dach
    Pixabay.com © cocoparisienne CCO Public Domain | Eine gemütliche Terrasse kann die Lebensqualität erheblich steigern. Noch besser ist es…
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Eines ist wichtig: Die Überdachung der Terrasse ist ein Projekt, bei dem viel Erfahrung gefragt ist. Langjährige Heimwerker, die wissen, wie man ein Fundament und eine tragfähige Holzkonstruktion erstellt, wird es vor keine größeren Herausforderungen stellen. Alle anderen sollten den Bau lieber einem Experten überlassen oder sich zumindest die Hilfe und den Rat eines erfahrenen Heimwerkers holen, bevor sie selbst Hand anlegen.

Als DIY-Projekt lässt sich die Überdachung der Terrasse mit einem Tragwerk aus Holz und einem Dach aus Kunststoff am einfachsten verwirklichen. Konstruktionen mit Metall oder einem Glasdach sind entsprechend aufwendiger und vor allem fehleranfälliger. Deshalb haben wir uns hier für den einfacheren Weg entschieden.

Welches Werkzeug und Material werden benötigt?

Bei einem Auftrag für Profis wird zunächst einmal die entsprechende Arbeitskleidung benötigt. Professionelles Equipment für Handwerker hat in Deutschland ein eindeutiges Kennzeichen: Den weißen Vogel auf rotem Grund, der hierzulande oftmals auf Baustellen, in Werkstätten oder auf Feldern gesichtet wird. Dabei spricht man vom sogenannten Engelbert-Effekt und das aus gutem Grund. Denn das Unternehmen engelbert strauss stattet Kunden aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung sowie Heimwerker seit 1948 mit hochwertigster Berufskleidung inklusive passender Arbeitsschuhe aus.

  • Holzbalken
    Pixabay.com © Hans CCO Public Domain | Für das Tragwerk werden ausreichend Holzbalken benötigt. Wer sich Arbeit ersparen möchte, kann sich…
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Neben der passenden Arbeitskleidung sollte vor Projektbeginn der Werkzeugkoffer perfekt organisiert und mit den folgenden Geräten und Werkzeugen befüllt werden:

  • Eine Bohrmaschine mit einem entsprechenden Set an Holzbohrern
  • Ein Bohrhammer mit Betonbohrern
  • Eine Handkreissäge und eine Handsäge
  • Schraubenschlüssel oder noch besser ein kompletter Steckschlüssel Satz
  • Ein Maßband und eine Wasserwaage
  • Eine Richtlatte und eine Maurerschnur
  • Eine Wasserwaage
  • Ein Anschlagwinkel

Für die Fahrt zum Baumarkt sollte auf der Einkaufsliste folgendes Material stehen:

  • Das entsprechende Holz für die Stützkonstruktion
  • Eine Dachplatte aus Kunststoff
  • Eine Regenrinne inklusive Montageset
  • Holzschrauben
  • Winkelverbinder
  • Rahmendübel

 

Welche unterschiedlichen Möglichkeiten gibt es bei der Dacheindeckung mit Kunststoff?

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Varianten, die bei der Konstruktion der Dachplatte zum Einsatz kommen können:

  • Eine Wellplatte aus Polyester oder PVC. Diese sind entweder naturfarben oder gelb erhältlich und kosten etwa vier bis fünf Euro pro Quadratmeter. Das ist die mit Abstand günstigste Variante und erfüllt ihren Zweck dennoch sehr gut.
  • Eine Profilplatte aus Acryl oder PVC. Acryl bietet eine höhere Beständigkeit, ist aber auch deutlich teurer. Hier muss mit etwa 20 bis 25 Euro für den Quadratmeter kalkuliert werden. PVC ist hingegen um etwa 10 Euro erhältlich.
  • Hohlkammerplatten. Hohlkammerplatten bieten den besten Schutz und sind entweder durchsichtig, weiß oder bronzefarben. Die Preise dafür beginnen ab etwa 30 Euro pro Quadratmeter.

Schritt für Schritt zur Terrassenüberdachung

Den ersten Arbeitsschritt stellt das Setzen der Fundamente dar. Dabei müssen die Löcher etwa 80 Zentimeter tief ausgehoben werden. Am einfachsten ist es, fertig gegossene Betonfüße in den Boden einzulassen. Danach werden die Pfostenträger in den Betonfüßen verankert und alle in der gleichen Höhe einbetoniert. Wer sich das Fundament sparen möchte oder auf der Terrasse keine Gelegenheit zur Errichtung hat, kann alternativ dazu auch Aufschraubhülsen direkt auf dem Boden befestigen.

Nun werden die Holzpfosten in die Betonfüße (beziehungsweise in die Aufschraubhülsen) eingesetzt und entsprechend ausgerichtet. Um Feuchtigkeit zu vermeiden, sollten die Pfosten nicht direkt mit dem Metallboden in Berührung kommen. Die Pfosten an der Wand sollten so montiert werden, dass dabei ein Gefälle von etwa 5 bis 15 Grad zum anderen Ende der Konstruktion entsteht, damit das Wasser im Bedarfsfall ablaufen kann.

Im nächsten Schritt werden die Balken richtig an der Hauswand positioniert. Sobald die richtige Position erreicht ist, werden der Holzbalken und die Wand auf einmal durchbohrt. Im Anschluss daran werden die Rahmendübel gemeinsam mit den Schrauben vorsichtig eingeschlagen, damit der Schraubenkopf dabei nicht beschädigt wird.

Sobald die Balken montiert sind, wird der vordere Querbalken mit entsprechenden Winkelverbindungen an die Stützen angeschraubt. Daraufhin werden die sogenannten Auflegerbalken, die später das Dach tragen sollen, mit Winkeln an den Pfosten in einem Abstand von etwa 50 bis 60 Zentimeter befestigt.

Um der Konstruktion zusätzliche Stabilität zu verleihen, können auf den Auflegerbalken auch noch Dachlatten geschraubt werden. Damit die Konstruktion für lange Zeit der Witterung standhalten kann, wird sie nun mit einer Holzschutzlasur versehen. Dieser Arbeitsschritt kann wahlweise auch ganz an den Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Nun wird das Dach auf die Balkenkonstruktion aufgesetzt und mit passenden Schrauben verbunden. Damit das Wasser entsprechend ablaufen kann, wird abschließend eine Regenrinne inklusive Fallrohr mit dem Montageset an dem Dach befestigt.

Wie viel kostet die Terrassenüberdachung?

Die Einstiegskosten liegen bei etwa 500 bis 1.000 Euro. In Baumärkten sind auch entsprechende Fertigbausätze oft schon zu einem sehr günstigen Preis erhältlich. Aufwendigere Konstruktionen und beständigere Materialien können das Budget aber zusätzlich belasten. Das kann sich jedoch aufgrund der längeren Lebensdauer durchaus rechnen.

Um die Terrassenüberdachung lange in einem guten Zustand zu bewahren, sollte sie auch regelmäßig entsprechend gepflegt und gewartet werden. Das bedeutet, dass die Holzkonstruktion alle paar Jahre neu gestrichen werden sollte. Das Dach sollte in regelmäßigen Abständen mit einem Gartenschlauch vom groben Schmutz befreit werden. Dafür empfiehlt sich eine Bürste, die direkt an den Gartenschlauch angeschlossen werden kann. Mindestens zwei Mal jährlich, idealerweise vor und nach dem Winter, sollte die Regenrinne gereinigt werden, damit das Wasser gut ablaufen kann und nicht dabei von Laub und Schmutz gestoppt wird.

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