Kaltkeimer stratifizieren

Schwer keimendes Saatgut wird stratifiziert
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Aktualisiert am 04.12.2017
Nicht alle Pflanzen keimen willig und problemlos. Gehölze und Stauden brauchen teils Jahre, bis die ersten Sämlinge erscheinen. Das ist allerdings eine sehr lange Zeit, mit der sich Gartenfreunde nicht zufrieden geben müssen. Denn es gibt Mittel und Wege, hier eine Abkürzung zu gehen. So wird etwa mit dem Stratifizieren versucht, die langwierige Keimung zu verkürzen. Wir haben es ausprobiert und machen vor, wie sich Kaltkeimer und andere schwer keimende Pflanzen stratifizieren lassen.

Saatgut mit Allüren

  • Kaltkeimer vor der Aussaat
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    © diybook* | Kaltkeimer – umgangssprachlich auch unter dem Begriff Frostkeimer geläufig – benötigen eine Kälteperiode, um zur Keimung…
  • Erste Schicht Substrat als Basis anlegen
    © diybook* | Um Kaltkeimer und anderes schwer keimendes Saatgut zu stratifizieren, wird zunächst ein ausreichend großer Pflanztopf benötigt…
  • Erste Schicht Saatgut austreuen
    © diybook* | Die Befüllung des oberen Drittels im Topf wird damit begonnen, dass eine erste Schicht Saatgut ausgestreut wird. Diese sind…
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Jeder erfahrene Gärtner weiß, dass es Pflanzen gibt, deren Samen sich mit der Keimung schwertun. So sind nicht wenige Gehölze, so manche Stauden und insbesondere Alpinpflanzen für ihre Langsamkeit bekannt. Beispiele stellen Spargel (Asparagus), Diptam (Dictamnus) oder Pfingstrosen (Paeonia) dar.

Überhaupt sind es vor allem die sogenannten Kaltkeimer, die zu einer besonders ausgeprägten Gruppe schwer keimender Pflanzen zählen. Sie benötigen teils Jahre, bis sich endlich die ersten Sämlinge zeigen. Denn Voraussetung für ihre Keimung ist eine ausreichende Kälteperiode. Da wäre es doch gut, wenn sich dieses Verfahren beschleunigen ließe!

Mehr Kontrolle erhalten

  • Zweite Schicht Substrat über Samen streuen
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    © diybook* | Nachdem die ersten Samen ausgestreut sind, wird eine zweite Schicht Substrat angelegt. Diese sollte das Saatgut ausreichend…
  • Zweite Schicht an Saatgut einstreuen
    © diybook* | Über die zweite Substratschicht folgt jetzt wiederum eine zweite Schicht an Saatgut. Von dieser Art der Schichtung leitet sich…
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Eine Vorbehandlung für Kaltkeimer und Co. ist das Stratifizieren. Hier werden die Samen abwechselnd mit feuchtem Sand oder Substrat geschichtet. Das lässt sich bereits in größeren Töpfen realisieren. Diese werden abwechselnd mit feuchtem Sand und einer Schicht Samen befüllt. Je nach Gefäß können sich mehrere Schichten aus Sand und Saatgut abwechseln.

Diese Schichtung bewirkt, dass eine gleichmäßige Feuchtigkeit entsteht. Ein Austrocknen der Samen ist kaum möglich, wodurch ideale Keimbedingungen entstehen. Beim feuchtwarmen Stratifizieren werden die geschichteten Töpfe zunächst der Wärme ausgesetzt. Mikroorganismen zersetzen mögliches Fruchtfleisch und beseitigen gleichzeitig keimhemmende Stoffe.

Kaltkeimer stratifizieren

  • Dritte Schicht Substrat im Pflanztopf verteilen
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    © diybook* | Auch die zweite Schicht unserer Kaltkeimer wird nun ausreichend mit Substrat abgedeckt. Je nach Größe des verwendeten…
  • Letzte Schicht der Kaltkeimer anlegen
    © diybook* | Es ist schon fast geschafft! Zuvor wird noch eine dritte Schicht an Samen ausgebracht und erneut mit Substrat bedeckt. Dank…
  • Stratifiziertes Saatgut mit Korb schützen
    © diybook* | Das Stratifizieren von Kaltkeimern wird damit abgeschlossen, dass die Samen den Winter im Freien verbringen. Zuvor ist das…
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Grundsätzlich lassen sich alle schwer keimenden Pflanzen auf die genannte Weise behandeln. Doch Kaltkeimer erfordern noch etwas mehr als das. Ihre Töpfe werden vorbereitend mit Vogelschutznetzen oder einem Drahtgeflecht vor Mäuse- und Vogelfraß geschützt. Dann werden sie im Freiland aufgestellt.

Die niedrigen Außentemperaturen im Winter sorgen bei Kaltkeimern für den notwenigen Kältereiz. Kein Wunder, dass sie im Volksmund auch als Frostkeimer bekannt sind. Im Frühjahr werden die stratifizierten Samen dann vor der eigentlichen Keimung in eine Aussaatschale ausgebracht. Der komplette Topf samt Sand und Samen wird dabei auf der Oberfläche verteilt.

Vorzüge des Verfahrens

  • Saatgut geschützt im Freien aufstellen
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    © diybook* | Und schon ist die Aufgabe erfüllt! Über den Winter werden die Kaltkeimer dank niedriger Außentemperaturen den nötigen Reiz…
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Das Stratifizieren von Kaltkeimern lohnt sich. Denn durch diese Art von Vorbehandlung keimt das Saatgut deutlich besser. Zudem spart das Stratifizieren über einen längeren Zeitraum viel Platz. Immerhin werden dabei zunächst nur Töpfe verwendet und noch keine Schalen.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist, dass es nicht viel Mühe kostet. Doch es gibt durchaus noch andere Wege, um mit schwer keimenden Pflanzen umzugehen. Die wichtigsten davon haben wir in dem Artikel Hartschalige Samen zum Keimen bringen übersichtlich aufbereitet.

Nicht alle Pflanzen keimen willig und problemlos. Gehölze und Stauden brauchen teils Jahre, bis die ersten Sämlinge erscheinen. Das ist allerdings eine sehr lange Zeit, mit der sich Gartenfreunde nicht zufrieden geben müssen. Denn es gibt Mittel und Wege, hier eine Abkürzung zu gehen. So wird etwa mit dem Stratifizieren versucht, die langwierige Keimung zu verkürzen. Wir haben es ausprobiert und machen vor, wie sich Kaltkeimer und andere schwer keimende Pflanzen stratifizieren lassen.
  • Kaltkeimer vor der Aussaat
    © diybook* | Kaltkeimer – umgangssprachlich auch unter dem Begriff Frostkeimer geläufig – benötigen eine Kälteperiode, um zur Keimung angeregt zu werden. Eine Möglichkeit, diese Phase unter kontrollierten Bedingungen ablaufen zu lassen, ist das Stratifizieren.
  • Erste Schicht Substrat als Basis anlegen
    © diybook* | Um Kaltkeimer und anderes schwer keimendes Saatgut zu stratifizieren, wird zunächst ein ausreichend großer Pflanztopf benötigt. Dieser wird anschließend zu zwei Dritteln mit feuchtem Sand oder Substrat befüllt.
  • Erste Schicht Saatgut austreuen
    © diybook* | Die Befüllung des oberen Drittels im Topf wird damit begonnen, dass eine erste Schicht Saatgut ausgestreut wird. Diese sind gleichmäßig, aber reichlich auf der Oberfläche zu verteilen.
  • Zweite Schicht Substrat über Samen streuen
    © diybook* | Nachdem die ersten Samen ausgestreut sind, wird eine zweite Schicht Substrat angelegt. Diese sollte das Saatgut ausreichend bedecken.
  • Zweite Schicht an Saatgut einstreuen
    © diybook* | Über die zweite Substratschicht folgt jetzt wiederum eine zweite Schicht an Saatgut. Von dieser Art der Schichtung leitet sich der lateinische Name des Verfahrens – die Stratifikation – ab.
  • Dritte Schicht Substrat im Pflanztopf verteilen
    © diybook* | Auch die zweite Schicht unserer Kaltkeimer wird nun ausreichend mit Substrat abgedeckt. Je nach Größe des verwendeten Behältnisses darf nun noch eine dritte Schichtung folgen.
  • Letzte Schicht der Kaltkeimer anlegen
    © diybook* | Es ist schon fast geschafft! Zuvor wird noch eine dritte Schicht an Samen ausgebracht und erneut mit Substrat bedeckt. Dank der zahlreichen Schichten wird das Saatgut von allen Seiten gleichmäßig gut befeuchtet.
  • Stratifiziertes Saatgut mit Korb schützen
    © diybook* | Das Stratifizieren von Kaltkeimern wird damit abgeschlossen, dass die Samen den Winter im Freien verbringen. Zuvor ist das Saatgut aber noch mit einem Korb oder einem Vogelschutznetz vor tierischen Plünderern zu schützen.
  • Saatgut geschützt im Freien aufstellen
    © diybook* | Und schon ist die Aufgabe erfüllt! Über den Winter werden die Kaltkeimer dank niedriger Außentemperaturen den nötigen Reiz erhalten, um im Frühjahr zu keimen. Erfahrungsgemäß wird sich die Ausbeute lohnen!
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