Küchenzeile renovieren: Alles neu in 6 einfachen Schritten!

Farbwelten in der Küche | © Robert Kneschke - Fotolia.com
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Die Küchenzeile ist mit ihren wandfüllenden Abmessungen fraglos „raumbestimmend“. Das kann jedoch zum Problem werden: Hat man sich daran sattgesehen, lässt sich der altbackene Look unmöglich ignorieren. Doch Rettung ist in Sicht – und die muss nicht einmal teuer ausfallen! Denn schon mit einigen schlauen Ideen, kann man die alte Küchenzeile renovieren und so etwas ganz Neues schaffen!

Alte Küche, neues Gewand

Der Zahn der Zeit nagt unerbittlich. Irgendwann ist dann die einst topp-moderne Küchenzeile nicht mehr ganz so kleidsam. Sofern man aber nicht gleich tausende Euro für eine neue ausgeben möchte und die alte funktional ohnehin noch ohne grobe Macken ist, kann man auch in Eigenregie tiefgreifende Sanierungsarbeiten durchführen. Danach wird von der alten Zeile nur noch der grobe Schnitt übrig bleiben.

Doch was für Möglichkeiten gibt es, die eigene Küchenzeile zu renovieren? Tatsächlich bringen bereits einfachste Maßnahmen den ersehnten Erfolg. Welche Optionen einem zur Verfügung stehen, um zum „Generalangriff“ gegen ausgebleichte Fronten und abgegriffene Türen zu blasen, zeigt der folgende Artikel in sechs kurzen Schritten!

1. Küchenzeile zerlegen

  • Farben und Formen mit Graffiti
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    © Dmitry | Die schnellere Art zu lackieren: Will man besonders hochwertige Sprühlacke haben, sollte man sich im Graffiti-Bereich umsehen.…
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Um die Küchenzeile sanieren zu können, muss man sie immer erst mal auseinanderbauen. Das bedeutet im Einzelnen:

  1. Ausräumen von Schränken und Schubladen
  2. Demontage aller Griffe
  3. Ausbau der Türen und Schubladen(-fronten)
  4. Ausbau des Kochfeldes (Unbedingt Sicherung abschalten! Danach kann die Steckverbindung gelöst werden.)
  5. Ausbau der Armatur und des Spülbeckens
  6. Grundreinigung der Korpus-Innenseiten

Der große Vorteil: All diese Arbeiten sind keine wirklich hohe Heimwerkerkunst. Das Kochfeld (manchmal auch das Spülbecken) ist mit Clips in der Arbeitsplatte befestigt. Diese kann man mit einem dünnen Kunststoffkeil, alternativ einer alten Kreditkarte betätigen und das Feld mit Hilfe eines klebeband-umwickelten Flachschraubenziehers herausheben. Türen, Arbeitsplatte und Spülbecken sind nur geschraubt. Auch die Armatur ist rasch ausgebaut.

2. Türen und Schubladenfronten lackieren

  • Folien mit Gummirakel abziehen
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    © gharzii | Sorgfältig folieren: Der Gummirakel produziert eine perfekt glatte Oberfläche. Aber nur, wenn man immer nach außen arbeitet!
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Türen und Schubladenfronten sind der mit Abstand sichtbarste Teil der Küche und üben deshalb auch maßgeblich Einfluss darauf aus, ob man sich daran sattgesehen hat. Eine Option ist es, sie zu lackieren. Das geht folgendermaßen:

  1. Alle noch verbliebenen Fremdteile (etwa Scharnierteile) werden ausgebaut.
  2. Innen wie außen wird das Material mit einem stark fettlösenden Reiniger mehrfach bearbeitet. Küchendünste können sehr hartnäckig sein!
  3. Die Oberfläche des Furniers bzw. Resopal wird angeschliffen. Dazu nimmt man eine 240er Körnung und arbeitet am besten per Hand, nicht mit dem Schleifer.
  4. Der Staub wird gründlich mit Haushaltsreiniger entfernt. Danach werden die Türen waagerecht gelegt (verhindert Nasenbildung) und bekommen einen Überzug mit Haftprimer aus der Dose.
  5. Den durchgetrockneten Haftprimer mit einer 300er Körnung trocken anschleifen, danach abermals reinigen.
  6. Mit Farbrolle und Pinsel, ähnlich wie bei einem Türrahmen, oder aber mit der Sprühdose eine (erste) Farbschicht auftragen.
  7. Bei Sprühlack definitiv und bei den anderen Techniken bei Bedarf nach ca. einer Stunde Trocknungszeit eine satt deckende Farbschicht auftragen, ggf. sogar eine dritte Schicht.
  8. Farbe nach Anleitung staubgeschützt durchtrocknen lassen. Danach eine, gern auch mehre Schichten Klarlack auftragen. Über den gewählten Klarlack lässt sich auch der Glanzgrad von Stumpfmatt bis Hochglanz steuern.

Sauberes Arbeiten lohnt sich hier gleich doppelt! Werden sämtliche dieser Schritte sorgfältig ausgeführt, sind die neuen Oberflächen sogar robuster als das Original.

3. Türen und Schubladenfronten folieren

Lackieren produziert naturgemäß eine unifarbene Oberfläche. Wer das nicht möchte, kann alternativ auch auf Folierungen zurückgreifen. Hier sind natürlich keinerlei Design-Grenzen mehr gesetzt. Wir empfehlen folgendes Vorgehen:

  1. Alle noch verbliebenen Fremdteile (etwa Scharnierteile) werden ausgebaut.
  2. Innen wie außen wird das Material mit einem stark fettlösenden Reiniger mehrfach bearbeitet.
  3. Zur Sicherheit, damit beim Folieren kein Wasser durch etwaige Mikrorisse in die Spanplatte einzieht und sie zum Quellen bringt, die Tür waagerecht legen und mit einer Schicht Klarlack versiegeln.
  4. Folie so zuschneiden, dass sie die Außenseite plus die Kanten überdeckt und hinten einige Zentimeter überlappt.
  5. Tür-Oberfläche nach Anleitung mit dem Wasser-Spülmittelgemisch benetzen.
  6. Schutzfolie abziehen, Folie auflegen und ausrichten.
  7. Von der Mitte ausgehend das Wasser sorgfältig mit dem Gummirakel herausarbeiten.
  8. Tür umdrehen, überstehende Ränder mit Cutter so abschneiden, dass sie gerade sind und auf allen Seiten gleich weit überlappen.
  9. Folie so zuschneiden, dass sie die freie Öffnung abdeckt.
  10. Wasser aufsprühen, Folie auflegen, abermals rakeln.
  11. Vorsichtig die Löcher für die Griffe auf beiden Seiten in die Folie schneiden.

Der Vorteil der Folie besteht darin, dass sie vergleichsweise robust ist und sehr lange hält. Allerdings lassen sich vorhandene Macken damit kaum unsichtbar machen.

4. Griffe ersetzen

  • Neue Arbeitsplatte anpassen
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    © U. J. Alexander | Einfach abgekupfert: Nimmt man die alte Arbeitsplatte als Schablone, braucht man sich um das Abmessen und die…
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Direkt nach den Türfronten bilden die Griffe ein weiteres wichtiges Wiedererkennungsmerkmal für eine Küchenzeile. Der große Vorteil: Die Baumarktwelt ist voll von allen möglichen Austauschgriffen in zahllosen Designs. Hier ist die Arbeit enorm simpel:

  1. Abstand der Schraublöcher zueinander sowie von diesen zu den Türrändern messen.
  2. Passende neue Griffe kaufen.
  3. Griffe von vorne auf die Löcher halten, Schrauben von hinten einstecken, leicht händisch anziehen und dann festdrehen.

Insbesondere bei Schubladen empfehlen wir, den letzten Schritt im ausgebauten Zustand durchzuführen. Dann kommt man nämlich leichter an die Rückseite heran!

5. Arbeitsplatte ersetzen

Der geniale Vorteil dieses ebenfalls sehr wirksamen Schrittes ist, dass man mit der alten Platte bereits ein fix und fertiges Schnittmuster besitzt. Das macht die Arbeit zum echten Kinderspiel:

  1. Alte Platte ausmessen, mit diesen Maßen eine neue besorgen (und am besten direkt im Baumarkt umleimen lassen).
  2. Die neue Platte mit der Arbeitsfläche nach unten auf eine ausreichende Anzahl stabiler Böcke legen. Etwaige Schutzfolie nicht abziehen!
  3. Alte Platte deckungsgleich auf die neue legen, ebenfalls Arbeitsfläche nach unten. Dann werden beide Platten an allen vier Ecken mit Schraubzwingen verbunden.
  4. Mit Fasermarker die Öffnungen von Kochfeld und Spülbecken auf die neue Platten-Unterseite übertragen.
  5. Schraubzwingen und alte Platte entfernen.
  6. Mit einem 10-mm-Holzbohrer die neue Platte von der Arbeitsseite auf der Innenseite des auszusägenden Teils dicht beim eingezeichneten Rand durchbohren.
  7. Blatt der elektrischen Stichsäge einstecken, Pendelhub ausschalten, von der Unterseite entlang des Außenrandes der Markierung aussägen.

Danach kann die Platte wieder auf die Schränke aufgelegt und festgeschraubt werden. Es folgen Spülbecken, Armatur und Kochplatte. Zum Schluss wird eine saubere Silikonfuge entlang der Wand gezogen.

6. Fliesenspiegel aufhübschen

Türen und Schubladen sind wieder installiert und eingestellt, die Schränke wieder eingeräumt? Dann darf als finale Maßnahme auch der etwaige Fliesenspiegel noch schnell aufgehübscht werden:

  1. Fliesen mit einem stark fettlösenden Reiniger mehrfach abwischen.
  2. Fliesen ausmessen.
  3. Zum Maß passende Fliesenaufkleber besorgen.
  4. Abermals reinigen (falls eine gewisse Zeit verging).
  5. Schutzfolie abziehen, jeden Aufkleber einzeln ausrichten und beginnend in einer Ecke auf die Fliese kleben. Etwaige Luftblasen sofort per Gummirakel entfernen.
  6. Aufkleber nach Anleitung trocknen lassen (dauert meist einige Stunden).

Danach kann man mit Pinsel, Wandfarbe und viel Geduld bei Bedarf auch die Fugen neu nachziehen und so einen „runden“ neuen Look erschaffen.

Die Küchenzeile ist mit ihren wandfüllenden Abmessungen fraglos „raumbestimmend“. Das kann jedoch zum Problem werden: Hat man sich daran sattgesehen, lässt sich der altbackene Look unmöglich ignorieren. Doch Rettung ist in Sicht – und die muss nicht einmal teuer ausfallen! Denn schon mit einigen schlauen Ideen, kann man die alte Küchenzeile renovieren und so etwas ganz Neues schaffen!
  • Farben und Formen mit Graffiti
    © Dmitry | Die schnellere Art zu lackieren: Will man besonders hochwertige Sprühlacke haben, sollte man sich im Graffiti-Bereich umsehen. Dort gibt es auch eine enorme Farbvielfalt.
  • Folien mit Gummirakel abziehen
    © gharzii | Sorgfältig folieren: Der Gummirakel produziert eine perfekt glatte Oberfläche. Aber nur, wenn man immer nach außen arbeitet!
  • Neue Arbeitsplatte anpassen
    © U. J. Alexander | Einfach abgekupfert: Nimmt man die alte Arbeitsplatte als Schablone, braucht man sich um das Abmessen und die Passgenauigkeit keine Gedanken zu machen.
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