Urbanes Gärtnern – Das neue Miteinander

Gemeinschaftlicher Spatenstich im Garten
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Aktualisiert am 13.03.2017
Luxus ist seit einigen Jahren um eine Definition reicher. Denn für Stadtmenschen wird eine grüne Oase inmitten der Natur immer erstrebenswerter. Dass mitunter lange nach einem freien Fleckchen gesucht werden muss, liegt weniger am finanziellen Budget, sondern mehr an der Verfügbarkeit freier Parzellen für den Selbstanbau von Tomaten, Gurken, Salat & Co. Viele Stadtgärtner behelfen sich mit der Bepflanzung öffentlicher Flächen in der Stadt. Doch es geht auch anders! Ausweichmöglichkeit bieten z.B. saisonal mietbare Gemeinschaftsparzellen am Stadtrand. Wir stellen diese alternative Ausdrucksform des Urbanen Gärtnerns etwas genauer vor!

Kleingartenanlagen, adieu!

  • Urbanes Gärtnern vor der Stadt
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    © Julie | Direkt vor den Toren der Stadt werden inzwischen vermehrt moderne Möglichkeiten für Urbanes Gärtnern geschaffen. Dahinter stecken…
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Seiner Berufung als Hobby-Gärtner nachzugehen, war in urbanen Lagen schon immer schwierig. Den einzigen Ausweg boten hier lange Zeit Kleingartenanlagen und Schrebergärten. Im Laufe der Zeit galten die eher uniformen Kleingartenanlagen jedoch immer mehr als altbacken. Heute erleben sie zwar erneut einen wahren Run von Bewerbern. Doch lehnen viele, die sich für Gartenland interessieren, sie weiterhin ab. Die Gründe: zu organisiert, zu viele Vorgaben und eine oft jahrelange Pacht in den Vereinen.

Eigenversorgung im Gemeinschaftsgarten klingt in den Ohren solcher Neugärtner schon besser, flexibler und ohne jeglichen Zwang. Urbanes Gärtnern ist nicht in erster Linie Arbeit, sondern Lust und Lernobjekt für die ganze Familie, erst recht mit Kindern. Inzwischen gibt es einige Projekte, die Gemeinschaftsgärten vermitteln  und zwar direkt vor den Toren der Stadt!

Zum Ackerhelden werden

Echte Helden ackern selbst! Das behauptet zumindest das Projekt "Ackerhelden". Und tatsächlich geht dies heute schon in 16 größeren deutschen Städten und ist auch bereits in der österreichischen Hauptstadt möglich. Das Prinzip der Mietgärten ist dabei durchaus verlockend, da die vorbepflanzten Parzellen lediglich für eine Saison gebucht werden müssen. Das kostet zunächst nicht mehr als knapp unter 200,- (2 x 12 m) bzw. 300,- Euro (2 x 20 m). Mit im Preis enthalten ist ein Jungpflanzenpaket im Wert von 70,- bzw. 100,- Euro, und alles, was an Gartengeräten gebraucht wird (inkl. Wasser), steht kostenlos vor Ort zur Verfügung.

Das Prinzip der „Ackerhelden“ kommt an, so sehr, dass es in einigen Städten für die kleinen Biogärten schon Wartelisten bis in das Jahr 2018 gibt. Kein Wunder eigentlich, denn der Wunsch nach biologisch einwandfreiem Essen aus der Region prägt sich immer weiter aus und der Erntewert betrug 2015 immerhin über 650,- Euro (Bioladenpreis) für einen 40 m² großen Mietgarten.

Der (fast) eigene Gemüsegarten

  • Gemeinschaftsparzelle für den Gemüseanbau
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    © lenscap50 | Gartenparzellen wie diese werden üblicherweise saisonweise gemietet und kosten einmalig zwischen 200 und 400 Euro. Mit…
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Ähnlich ist das Prinzip von „Meine Ernte“, das in 26 deutschen Städten gebucht werden kann. Rund 3.000 Menschen sind auf 45 bzw. 90 m² Gärtner für (zunächst) eine Saison geworden und ackern gemeinsam mit Gleichgesinnten.

Auch hier legt bei der Urbarmachung und zur Frühjahrsbestellung zunächst ein ortsansässiger Landwirt Hand an und schafft mit über 20 Gemüsesorten beste Voraussetzungen für eine prächtige Ernte. Die Klein- und Familiengärten kosten einmalig je nach Größe 199,- bzw. 369,- Euro. Inbegriffen ist u. a. eine Gartenhütte, die bereits eine Grundausstattung an nützlichen Gartengerätschaften umfasst.

Noch mehr Gemeinsamkeit

Trotz der großzügigen Rundumbetreuung, die beide oben genannten Projekte bieten, sollten Interessenten davon ausgehen, dass sie ihrem Freizeitgarten wenigstens zwei bis drei Stunden Aufmerksamkeit pro Woche schenken müsse. Denn auch der kleinste Gemüsegarten macht Arbeit, kostet dann und wann ein paar Schweißtropfen und braucht vor allem seine Zeit bis zur Ernte.

Warum also nicht noch mehr Gemeinsamkeit? Suche/Biete-Anzeigen kennt wohl jeder aus dem Anzeigenteil seiner Regionalzeitung. Oder es werden Gartenpaten gesucht bzw. eine Erntebeteiligung gegen Muskelhypothek angeboten. Das liest sich dann mitunter so, wie wir es auf dem Portal der Gartenpaten entdeckt haben: „Wir suchen einen kleinen Garten oder auch Teil eines Schrebergartens für die Selbstversorgung und Freizeit. Gegenseitige Unterstützung wird geboten.“ Um die 200 solcher Angebote sind hier eingetragen, die Menschen aus verschiedenen Generationen sowie unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen.

Vom Stadtrand in die City

  • Gemeinschaftlich das Gartenbeet umgraben
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    © nixoncreative | Als Grundlage für die Mietparzellen im Grünen dienen ehemals bewirtschaftete Ackerflächen. Und sie sind sehr begehrt.…
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Das Ziel der gemeinsamen Hobbygärtnerei kennt also viele Wege und nur einige der Wichtigsten, konnten wir an dieser Stelle aufzeigen. Die Umwandlung von bis dahin landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen zur Gewinnung von kleinen Gartenparzellen wird in den nächsten Jahren ganz sicher noch wesentlich an Bedeutung zunehmen.

Ebenso ist es um das Thema Stadt und Ernährung bestellt, das nicht nur brandaktuell und spannend ist. Es steht auch in engem Zusammenhang mit dem – zugegeben noch in den Kinderschuhen steckenden – sanften Aufkeimen des Urbanen Gärtnerns als Massenbewegung. Im zweiten Teil unserer kleinen Serie zu urbanen Gartenphönomenen wollen wir uns daher noch einmal dem Kernbereich des neuen Trends zuwenden: dem eigentlichen Urban Gardening!

Luxus ist seit einigen Jahren um eine Definition reicher. Denn für Stadtmenschen wird eine grüne Oase inmitten der Natur immer erstrebenswerter. Dass mitunter lange nach einem freien Fleckchen gesucht werden muss, liegt weniger am finanziellen Budget, sondern mehr an der Verfügbarkeit freier Parzellen für den Selbstanbau von Tomaten, Gurken, Salat & Co. Viele Stadtgärtner behelfen sich mit der Bepflanzung öffentlicher Flächen in der Stadt. Doch es geht auch anders! Ausweichmöglichkeit bieten z.B. saisonal mietbare Gemeinschaftsparzellen am Stadtrand. Wir stellen diese alternative Ausdrucksform des Urbanen Gärtnerns etwas genauer vor!
  • Urbanes Gärtnern vor der Stadt
    © Julie | Direkt vor den Toren der Stadt werden inzwischen vermehrt moderne Möglichkeiten für Urbanes Gärtnern geschaffen. Dahinter stecken Angebote aus dem Netz. Sie bieten Mietparzellen, die nicht nur eine Flucht ins eigene Grün, sondern auch kreative Beschäftigung und das Finden einer gemeinsamen Interessengruppe ermöglichen.
  • Gemeinschaftsparzelle für den Gemüseanbau
    © lenscap50 | Gartenparzellen wie diese werden üblicherweise saisonweise gemietet und kosten einmalig zwischen 200 und 400 Euro. Mit inbegriffen ist nicht nur eine professionelle Vorbereitung der Beete, sondern oftmals auch das Saatgut sowie eine Gartenhütte mit Werkzeug.
  • Gemeinschaftlich das Gartenbeet umgraben
    © nixoncreative | Als Grundlage für die Mietparzellen im Grünen dienen ehemals bewirtschaftete Ackerflächen. Und sie sind sehr begehrt. Teilweise werden mittlerweile schon Annoncen geschaltet, um das gemeinsame Bewirtschaften einer Parzelle anzubieten. Das kann die Arbeit mit dem Garten natürlich wesentlich erleichtern.
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