Schwerlastanker montieren

Schwerlastanker wird mit der Hand am Bohrloch angesetzt
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Aktualisiert am 27.03.2018
Wer bei einem Schwerlastanker an große Schiffe mit mächtigen Ankern denkt, der irrt. Dennoch beschreibt das Wort Anker die Funktion dieser speziellen Dübel am besten. Denn wie ein Anker verspreizt sich diese Dübelart tief im Beton, um selbst schwere Lasten zuverlässig zu tragen. Damit aber der Dübel seinem Namen am Ende auch gerecht werden kann, sind bei der Montage des Schwerlastankers einige Dinge zu beachten.
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Das Projekt: Zaunpfosten mit einem Schwerlastanker montieren

Beim Schwerlastanker handelt es sich um ein Produkt mit vielen Namen. Denn neben dem allgemeinen Begriff des Stahlankers sind viele weitere Namen im Umlauf. So ist er nicht nur unter dem Terminus Schwerlastanker, sondern auch unter den Namen Bolzenanker, Betonanker, Ankerbolzen, Schlaganker und Einschlaganker bekannt. Bei allen diesen Namen ist üblicherweise ein Stahlanker gemeint, der durch einfachen Formschluss (Verspreizung) seinen Halt im Untergrund findet. Zugegeben, ein Einschlaganker ist grundsätzlich nicht dasselbe wie ein Bolzenanker, dennoch meinen die meisten Leute damit die üblichen Bolzenanker. Mehr über die Details der Schwerlastanker aber in einem anderen Artikel. 

Beispiele, wo Schwerlastanker zum Einsatz kommen, gibt es viele. Wie der Name jedoch schon verrät, kommen sie immer dort zum Einsatz, wo besonders große Lasten getragen werden wollen. Das können sicherheitsrelevante Objekte wie Geländer und Absturzsicherungen oder andere besonderen Belastungen ausgesetze Objekte wie Markiesen, Zaunpfosten oder gar ein Boxsack sein. Sie alle wollen ordentlich fixiert werden. So auch in unserem Projekt, bei dem ein Zaunpfosten, besser gesagt die Fußplatte eines Zaunpfostens, gut im Beton verankert werden soll.

Werkzeug und Material

Um Schwerlastanker zu montieren, braucht es zum Glück nicht besonders viel an Werkzeug. Denn neben dem obligatorischen Maßband sind nur mehr ein Hammer, ein Blasebalg, ein Gabelschlüssel und eine geeignete Bohrmaschine samt Bohrer vonnöten. Eine für diese Anwendungen immer geeignete Maschine ist der Bohrhammer. Mit Schlagbohrern lässt sich nämlich nicht besonders viel im Beton ausrichten. Alternativ zum Blasebalg kann auch ein Staubsauger verwendet werden, um das Bohrloch auszusaugen.

Die Materialliste bleibt denkbar knapp: Sie umfasst lediglich den Stahlanker.

Auf das richtige Bohrloch kommt es an

Da es bei der Montage eines Stahlankers auf den Formschluss zwischen Anker und Bohrloch ankommt, ist es bei dieser Art der Verankerung besonders wichtig, ein möglichst exaktes Bohrloch zu erstellen. Weil nun diese Anker vorrangig in Beton zum Einsatz kommen, empfieht es sich, gleich einen Bohrhammer für die Bohrung zu verwenden. Denn alles andere wäre nicht nur mühsam, sondern kostet unnötig Kraft und Zeit!

Bevor das Loch erstellt wird, ist zunächst das zu fixierende Objekt – hier der Standfuß des Zaunpfostens – einzumessen und das Bohrloch zu markieren. Alternativ kann das Objekt natürlich auch einfach angehalten werden. Die Bohrung erfolgt durch das Loch des Standfußes. Je nach Länge der Ankerbolzen muss die Tiefe des Bohrloches entsprechend ausfallen. Ist das Bohrloch so tief wie der Bolzen, kann nichts mehr schiefgehen.

Nach dem Bohren wird geblasen bzw. gesaugt. Denn ein staubfreies Bohrloch ist entscheidend für den Halt des Schwerlastankers. Zum Einsatz können sogenannte Bohrlochausbläser kommen, oder es wird ganz einfach ein Staubsauger verwendet. Hinweis: Verbleibt das Bohrmehl im Loch, ist der Effekt mit dem Einsatz von Schmiermittel gleichzusetzen. Der Bolzen kann sich nicht verankern und wird zwangsläufig den Halt verlieren.

Schwerlastanker montieren

Ist das Bohrloch erst einmal erstellt, kann auch schon der Bolzenanker eingesetzt werden. Das gelingt tatsächlich ganz dem Namen "Einschlaganker" folgend. Zuerst wird der Standfuß aufgesetzt, dann der Stahlanker angesetzt und letzterer mit einigen berherzten Schlägen in das Bohrloch getrieben. Zu guter Letzt wird jetzt nur mehr der Ankerbolzen mit dem Gabelschlüssel festgezogen. Durch das Anziehen der Mutter spreizt sich der Spreizclip und fixiert damit den Fuß.

Man sollte darauf achten, den Bolzen fest, aber nicht zu fest anzuziehen. Das Anzugsmoment ist dabei immer auf den Ankern angegeben und beträgt zwischen 20 Newtonmeter (Nm) beim Typ FAZ II 8 und 270 Nm beim Typ FAZ II 24. Bei dem hier verwendeten Ankern der Type FAZ II 10 sind es 45 Nm. Diese Angaben gelten in Normalbeton der Festigkeit C20/25.

Weitere Bohrlöcher erstellen und Schwerlastanker einsetzen

Alle weiteren Stahlanker werden auf die gleiche Weise eingesetzt. Das Beste dabei ist, dass der mit einem Anker bereits fixierte Fuß dafür nicht mehr abgeschraubt werden muss. Zuerst werden die restlichen Bohrlöcher erstellt und gründlich ausgeblasen. Danach können alle weiteren Bolzenanker eingeschlagen werden.

Abschließende Arbeiten und Anker fixieren

Abschließend müssen die Anker nur mehr richtig gut angezogen werden. Die Kraft, mit der die Anker angezogen werden, richtet sich dabei, wie oben bereits erwähnt, nach dem zu fixierenden Objekt und den verwendeten Bolzen. 

Fällt bei Endkontrolle auf, dass sich der Standfuß nicht ganz im Lot befindet, kann das ganz einfach durch Unterfüttern des Standfußes ausgeglichen werden. Muttern lösen, Unterlegscheiben einlegen und das ganze wieder fixieren!

Ergebnis

Dann ist es auch schon geschafft und der Standfuß des neuen Gartenzaunes ist verankert. Die Montage der Schwerlastanker ist also weit weniger kompliziert, als man vielleicht denkt. 

Wer bei einem Schwerlastanker an große Schiffe mit mächtigen Ankern denkt, der irrt. Dennoch beschreibt das Wort Anker die Funktion dieser speziellen Dübel am besten. Denn wie ein Anker verspreizt sich diese Dübelart tief im Beton, um selbst schwere Lasten zuverlässig zu tragen. Damit aber der Dübel seinem Namen am Ende auch gerecht werden kann, sind bei der Montage des Schwerlastankers einige Dinge zu beachten.
  • Zaunpfosten mit Schwerlastanker auf Mauerbank montieren
    © diybook | Der Randsteher des Doppelstabmattenzauns soll auf die Mauerbank gesetzt werden. Dazu wird eine Fußplatte für den Zaunpfosten mit Schwerlastankern auf der Abdeckplatte des Mauerwerks montiert.
  • Fußplatte einmessen
    © diybook | Bevor die Löcher gebohrt werden, ist erst einmal Maß zu nehmen: Die Fußplatte wird in den beiden Fluchten ausgerichtet und auf der Mauerbank eingemessen.
  • Bohrlöcher erstellen
    © diybook | Entsprechend dem Durchmesser des Schwerlastankers (10 mm) wird das erste Loch mit dem pneumatischen Bohrhammer gebohrt. Dabei sollte der Bohrer in der Länge mindestens der Gesamtlänge des Schwerlastankers entsprechen. Denn nur so kann der Anker vollständig eingeschlagen werden und hat ausreichend Platz zur Fixierung. Aber auch die Länge des Ankers sollte stimmen. Daher kommen in diesem Fall 120 mm lange Schwerlastanker zum Einsatz, damit der Anker unterhalb der Waschbetonplatte im Mauerwerk seinen Halt findet.
  • Löcher nachbohren
    © diybook | Ist das erste Loch angebohrt, kann die Fußplatte zur Seite gelegt und das Loch vollständig ausgebohrt werden.
  • Loch von Bohrstaub befreien
    © diybook | Nach dem Bohren wird der Bohrlochstaub mit einem Ausbläser gründlich ausgeblasen. Das stellt nicht nur sicher, dass der Schwerlastanker vollständig eingeschlagen werden kann, sondern auch, dass der Spreizclip ordentlichen Halt findet. Nicht umsonst ist Bohrstaub als Schmiermittel von Ankern und Dübeln erste Wahl.
  • Fußplatte aufsetzen und Ankerschraube einsetzen
    © diybook | Ist das Loch dann einmal erstellt und sauber, wird die Fußplatte aufgesetzt und die Ankerschraube bzw. der Schwerlastanker eingesetzt.
  • Schwerlastanker einschlagen
    © diybook | Der Schwerlastanker wird mit dem Hammer fest und bis zum Anschlag eingeschlagen. Die Mutter wird dabei bis knapp unter den obersten Punkt aufgedreht, so dass mit dem Hammer nur der Gewindekopf geschlagen wird. Das Gewinde wird dabei dank der speziellen Bauform nicht beschädigt.
  • Ankerbolzen leicht fixieren
    © diybook | Ist der Ankerbolzen einmal eingeschlagen, wird er mit dem Gabelschlüssel leicht fixiert, sodass der Standfuß beim Bohren aller weiteren Bohrlöcher nicht verrutscht.
  • Weitere Bohrlöcher erstellen
    © diybook | Im nächsten Schritt können alle weiteren Bohrlöcher erstellt werden. Dabei bleibt die Fußplatte leicht befestigt montiert. Wie zuvor wird mit dem Bohrhammer gebohrt ...
  • Bohrloch säubern
    © diybook | ... und die Löcher werden mit dem Ausbläser bzw. mit der Ausblaspumpe ausgeblasen.
  • Ankerbolzen einschlagen
    © diybook | Sind alle weiteren Löcher erstellt, können die restlichen Ankerbolzen eingeschlagen werden. Wieder werden diese mit dem Hammer in das jeweilige Loch getrieben.
  • Bolzenanker fixieren
    © diybook | Als letztes wollen die Ankerbolzen natürlich noch fixiert werden. Festgezogen werden sie mit dem Gabelschlüssel. Beim Anziehen muss aber darauf geachtet werden, dass die Fußplatte korrekt in ihrer horizontalen und vertikalen Ausrichtung verbleibt. Das Anzugsmoment von rund 45 Newtonmetern (bei Bolzen des Typs FAZ II 10) ist am Etikett der Ankerschraube aufgedruckt und sollte nicht überschritten werden. Denn sonst rutschen die Spreizclips durch, und von Halten ist keine Rede mehr.
  • Gegebenfalls Fußplatte unterfüttern
    © diybook | Wird die Fußplatte in ihrer horizontalen Ausrichtung beim Festziehen verändert bzw. ist diese nicht waagerecht ausgerichtet, kein Problem: Die Muttern können wieder gelöst und die Platte mit entsprechend vielen Beilagscheiben unterfüttert werden.
  • Fußplatte mit Schwerlastankern fixiert
    © diybook | Sind alle vier Schwerlastanker eingesetzt und festgezogen, ist die Fußplatte montiert. Für den Zaunpfosten wäre damit ein guter Halt sichergestellt. Da kommt Freude auf! Denn dem neuen Zaun steht nun nichts mehr im Wege.
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Stolz blicken wir auf unseren neuen Gartenzaun. Und das zurecht! Denn das Setzen der Zaunpfosten war nicht immer ganz einfach. Das lag aber weniger am Zaun als an unserem Garten: Nicht jeder Pfosten konnte einfach in den Boden eingelassen werden, da bereits verlegte Betonplatten den Weg versperrten. Hier mussten wir also Pfostenschuhe platzieren, damit der Gartenzaun Halt findet. Damit der Schuh selbst aber ordentlich befestigt ist, gab es nur eine Lösung: Ankerschrauben montieren!

Zufällig hatten wir natürlich unsere Kamera im Gepäck. Und so können wir nun in dieser Video-Anleitung ausführlich und Schritt für Schritt das Vorgehen erklären, um einen Pfostenschuh mit Ankerschrauben zu montieren. Vom Bohren der Löcher, über das Setzen der Anker bis hin zum Verschrauben wird das ganze Verfahren klar verständlich dargestellt. Perfekt zum Nachmachen!

Wer bei einem Schwerlastanker an große Schiffe mit mächtigen Ankern denkt, der irrt. Dennoch beschreibt das Wort Anker die Funktion dieser speziellen Dübel am besten. Denn wie ein Anker verspreizt sich diese Dübelart tief im Beton, um selbst schwere Lasten zuverlässig zu tragen. Damit aber der Dübel seinem Namen am Ende auch gerecht werden kann, sind bei der Montage des Schwerlastankers einige Dinge zu beachten.
Werkzeuge: 
Maßband
Maßband
Das Maßband, auch Messband oder Bandmaß genannt, ist die flexibel bewegliche Alternative zum Zollstock. Oftmals ist auch von einem Rollmeter die Rede, obwohl das Maßband durchaus nicht nur einen Meter, sondern auch 10 - 100 Meter lang sein kann.
Bohrhammer
Bohrhammer
Ein Bohrhammer ist für jeden ernsthaften Handwerker notwendig. Mit ihm werden Löcher in verschiedene mineralische Materialien gebohrt. Dieses Werkzeug hat rotierende oder feststehende Ansätze, die sich durch Beton, Mauerwerk und Stein bohren.
Betonbohrer
Betonbohrer
Der Betonbohrer bringt einen Meißelkopf aus Hartmetall zum Einsatz und macht so selbst härtesten Beton schwach. Allerdings gibt es einige Grundregeln zu beachten. Denn Betonbohrer ist nicht immer gleich Betonbohrer.
Hammer, Schlosserhammer, Universalhammer
Hammer, Schlosserhammer, Universalhammer
Es ist an der Zeit, dass mal wieder jemand zeigt, wo hier der Hammer hängt. Gerne übernehmen wir diesen Job! Jeder kennt den Hammer als wichtigstes Werkzeug, das auf jeden Fall zu Hause vorhanden sein sollte. Denn ohne ihn kommt kein Nagel in die Wand.
Materialien: 
Schwerlastdübel
Schwerlastdübel
Neben leichten Bauteilen wollen manchmal auch richtig schwere Brocken an der Wand befestigt werden: Wenn es um die Montage von schweren TV-Geräten, wuchtigen Wandschränken und -regalen geht, bleibt nur der Griff zu Schwerlastdübeln.
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