Vor dem Tapezieren - Grundieren oder Vorkleistern?

Kleisterbürste auf dem Tapeziertisch
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Aktualisiert am 19.01.2021
Eine Frage, die sich Heimwerker immer wieder stellen: Muss ich vor dem Tapezieren grundieren oder vorkleistern? Was ist Vorkleistern? Und warum muss ich überhaupt die Oberflächen vorbehandeln? Kann ich nicht einfach drauf los tapezieren? Dieser kleine Artikel beantwortet die brennendsten Fragen rund um die Vorbehandlung von Oberflächen vor dem Tapezieren und klärt, ob es nun Grundieren oder Vorkleistern sein soll.

Warum überhaupt vorbehandeln?

  • Durchscheinende Tapete ohne richtige Grundierung
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    © diybook | Eine Folge mangelhafter Untergrundvorbereitung: Schattierungen der Wandfläche strahlen durch das Tapetenmaterial hindurch. Der…
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Die Vorbehandlung der Oberflächen ist eine Maßnahme, die vor dem Tapezieren gerne übersehen oder sogar bewusst ignoriert wird. Dabei garantiert sie als Teil der Untergrundvorbereitung den späteren stabilen Halt der Tapeten und auch ihr gutes Aussehen. Ohne Vorbehandlung gehen Selbertapezierer das Risiko ein, dass sich ihre Tapeten wieder ablösen, sich verzerren oder plötzlich Farbunterschiede aufweisen. Und auch für den Untergrund selbst ist es besser, wenn er vorbehandelt wird.

Warum ist das so? Die meisten Untergrundmaterialien wie mineralische Flächen aus Putz oder Beton, aber auch z.B. Gipskartonplatten weisen ein starkes Saugverhalten auf, das jedoch stellenweise variieren kann, etwa bei gespachtelten bzw. gefugten Stellen. So wird dem Kleister nach dem Tapezieren das Wasser entzogen, bevor es verdunsten kann, was die Haftung der Tapete reduziert. Ist das Saugverhalten der Fläche unregelmäßig, trocknet der Kleister unterschiedlich schnell, und die Tapete verzieht sich. Kein schöner Anblick!

Eine Vorbehandlung des Untergrunds durch Grundieren oder Vorkleistern reguliert die Saugfähigkeit, indem diese gemindert und vereinheitlicht wird. So kann der Kleister gleichmäßig trocknen und die Tapete optimal sitzen. Allerding gibt es noch einige andere Faktoren, die bei der Vorbehandlung zum Tragen kommen und die letztlich darüber entscheiden, ob man grundieren oder vorkleistern soll. Diese stellen wir im Folgenden vor.

Vorkleistern

  • Ausrüstung zum Vorkleistern
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    © Dar1930 | Um das Saugverhalten des Untergrunds zu regulieren und zu vereinheitlichen, reicht es in vielen Fällen schon, die Oberflächen…
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Vorkleistern ist die sicherlich einfachste und auch häufigste Art der Vorbehandlung von zu tapezierenden Untergründen. Zusätzliches Material wird dazu nicht gebraucht, denn wie der Name es erahnen lässt, kommt dabei der Tapetenkleister frühzeitig zum Einsatz - allerdings in stark vedünnter Form. Bei einem Normalkleister etwa kommt 1 Teil Kleister auf 80 Teile Wasser. Das Mischverhältnis fällt jedoch von Kleister zu Kleister sehr verschieden aus. Die Hersteller machen dazu üblicherweise genaue Angaben.

Durch die Behandlung der Oberflächen mit verdünntem Kleister wird wie oben beschrieben erreicht, dass die Saugfähigkeit des Untergrunds reduziert und vereinheitlich wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Die Methode kommt auf allen modernen Putzflächen, auf Beton und auf solchen Untergründen zum Einsatz, die zuvor großzügig mit Gipsputz behandelt wurden.

Grundieren

  • Pigmentierte Grundierung im Einsatz
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    © diybook | Ein Anstrich mit passender Grundierung kann maroden Putz wieder festigen. Wurde zuvor viel Spachtelarbeit geleistet, sollte…
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Nun kann es passieren, dass bei der Wahl der Vorbehandlung noch weitere Faktoren zum Tragen kommen. Auf alten Putzen etwa oder Oberflächen, die allgemein instabil, körnig und staubig wirken, muss grundiert werden. Denn Grundierung reguliert nicht nur die Saugfähigkeit, sondern festigt zusätzlich den Untergrund. So werden aus maroden Putzen schnell wieder feste Oberflächen, die sich zum Tapezieren eignen.

Neben der einfachen Grundierung gibt es aber auch noch eine sogenannte pigmentierte Grundierung, d.h. sie besitzt einen Farbanteil. Gerade Betonflächen oder Putz, die beim Spachteln stark nachbearbeitet wurden, weisen daraufhin stellenweise erhebliche Farbunterschiede auf. Normalerweise kein Problem, schließlich wird ja drübertapeziert! Viele moderne Tapeten besitzen aber keinen Papierträger mehr, sondern ein Vlies, das dünn und oftmals durchscheinend ist. Je nach Tapetenart kann es dann schnell passieren, dass sich nach dem Tapezieren die Farbunterschiede des Untergrunds in der Tapete spiegeln. Pigmentierte Grundierung verhindert das, indem sie wie bei einem Farbauftrag den Untergrund gleichmäßig tönt.

Wechselgrund

  • Mit Wechselgrund Tapeten bahnweise abziehen
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    © Sensay | Wechselgrund stellt sicher, dass sich die Tapete bei der Renovierung wieder sauber von der Wand lösen lässt. Gerade bei…
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Auch Gipskarton muss grundiert werden, denn die Platten nehmen sehr schnell Wasser auf, geben es aber auch genauso schnell wieder ab. Denkbar schlechte Voraussetzungen für ein regelmäßiges Anziehen von Tapetenkleister. Was hier allerdings noch dazu kommt: Irgendwann könnte sich der Wunsch ergeben, die Tapeten wieder zu entfernen. Der Kleister wirkt auf die Kartonoberfläche der Gipsplatten jedoch so anziehend, dass sich mit den Tapeten dann meist auch die Kartonage verabschiedet.

Um das zu verhindern, gibt es Wechselgrund. Diese spezielle Grundierung verhindert eine zu starke Verbindung von Kleister und Kartonschicht, so dass sich die Tapeten später wieder ohne großen Schaden von den Gipsplatten ablösen lassen. Wer Gipskarton verbaut hat, nun tapezieren möchte, dabei aber auf zukunftssichere Lösungen setzt, sollte über den Einsatz von Wechselgrund nachdenken.

Fazit: Ordnung muss sein!

Wie sich gezeigt hat, ist es tatsächlich nicht so uninteressant, vor dem Tapezieren eine ordentliche Vorbehandlung des Untergrunds durchzuführen. Es gibt jedenfalls keine Veranlassung, das Thema fahrlässig herunterzuspielen. Ob man letztlich auf Grundieren oder Vorkleistern setzt, hängt ganz von der Beschaffenheit der betreffenden Oberflächen ab. Hauptsache, am Ende ist das Ziel erreicht und ein idealer Untergrund zum Tapezieren geschaffen.

Eine Frage, die sich Heimwerker immer wieder stellen: Muss ich vor dem Tapezieren grundieren oder vorkleistern? Was ist Vorkleistern? Und warum muss ich überhaupt die Oberflächen vorbehandeln? Kann ich nicht einfach drauf los tapezieren? Dieser kleine Artikel beantwortet die brennendsten Fragen rund um die Vorbehandlung von Oberflächen vor dem Tapezieren und klärt, ob es nun Grundieren oder Vorkleistern sein soll.
  • Durchscheinende Tapete ohne richtige Grundierung
    © diybook | Eine Folge mangelhafter Untergrundvorbereitung: Schattierungen der Wandfläche strahlen durch das Tapetenmaterial hindurch. Der Versuch, diese durch die Bordüre zu kaschieren, endet damit, dass nun das Tapetenmuster durch die Bordüre scheint. Das Ergebnis wird und wird nicht besser.
  • Ausrüstung zum Vorkleistern
    © Dar1930 | Um das Saugverhalten des Untergrunds zu regulieren und zu vereinheitlichen, reicht es in vielen Fällen schon, die Oberflächen vorzukleistern. Dabei kommt handelsüblicher Tapetenkleister zum Einsatz - allerdings in stark verdünnter Form.
  • Pigmentierte Grundierung im Einsatz
    © diybook | Ein Anstrich mit passender Grundierung kann maroden Putz wieder festigen. Wurde zuvor viel Spachtelarbeit geleistet, sollte gerade bei feinen Vliestapeten eine pigmentierte Grundierung eingesetzt werden, um den Untergrund auch farblich zu vereinheitlichen.
  • Mit Wechselgrund Tapeten bahnweise abziehen
    © Sensay | Wechselgrund stellt sicher, dass sich die Tapete bei der Renovierung wieder sauber von der Wand lösen lässt. Gerade bei Gipsplatten ist das entscheidend, damit sich ihre Kartonschicht nicht mitsamt der Tapete verabschiedet.
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Kommentare

Guten Tag ich hoffe sie können mir helfen ich gehe stark davon aus ich möchte mein Bad tapezieren habe mir Vinyl Tapeten zugelegt problem da ist lack drauf aus denn 70 gern ungefähr es ist trocken und zudem glatt und viele Risse es ist einfach ecklig meine Frage nach dem die Löcher zu sind und geschliffen sind was für eine Grundierung muss da rauf danke vorraus

Hallo Veli, da Du Vinyl Tapeten verwenden möchtest reicht eine ganz  "normale" Grundierung aus. Diese muss natürlich nicht pigmentiert sein. Wenn Du wirklich Lack als alten Wandbelag hast muss dieser gegebenenfalls entfernt bzw. angeschliffen werden, damit der neue Wandbelag auch hält.

Guten Tag, ich hoffe Sie können mir Beraten.
Ich habe im Wohnzimmer ein raufasertapete ganz alt und ich wollte es wechseln. Und meine frage ist:
Nachdem ich die alte tapete abgelöst habe, muss ich rigips grundieren? Oder einfach ein neue raufsartapete anbringen und glattstreichen?
Vielen Dank!
Greta

Hallo Grata, je nachdem wie gut sich die alte Tapete entfernen lässt muss unter umständen gespachtelt werden, um die Unebenheiten auszugleichen. Nach der Spachtelung sollte auf jeden Fall grundiert werden. Da man vermutlich auch nicht mehr weiß ob der Vorgänger eine Grundierung aufgebracht hat, schadet diese in keinem Fall. Viele Grüße

Hallo, kurze Frage. Wir ziehen in einen Neubau wo die Wände Ständerwände mit Rigips verkleidet sind. Diese werden verspachtelt und dann weiß gestrichen. Müssen wir alle Wände grundieren um Vliestapete anzubringen?
LG Alex

Hallo Alex, das wäre zu empfehlen, denn mit dem richtigen Kleister und der richtigen Grundierung können die Tapeten in einigen Jahren ganz einfach von der Wand gezogen werden, ohne die Tapeten mühsam abkratzen zu müssen. Also ja wir würden das empfehlen. Viele Grüße

Hallo,
ich war in einem Malerfachgeschäft um mir weißen Tapentengrund für meine helle Vliestapete zu kaufen. Der Maler meinte, er würde die Wände immer mit weißer Farbe streichen und dann tapezieren.Die Farbe wäre hochdeckend und bestens geeignet.Löst sich die Farbe nicht beim einkleistern? Kommen die Tapeten dann nicht von der Wand? Er meinte er würde das seit Jahren so machen. Jetzt bin ich verunsichert.
Danke und Gruß
Andi

Hallo Andreas, das braucht Dich nicht all zu sehr verunsichern. Weißem Tapetengrund, sind ebenfalls nur Pigmente beigemengt. Klar ist weiße Wandfarbe keine Grundierung, aber wenn die Qualität der Wandfarbe stimmt, wird die Tapete am Ende halten. Auf einen Vorteil würdest Du dann allerdings verzichten, denn eine moderne Grundierung ist mit dem Tapetenkleister so abgestimmt, dass Du die Tapete nach Jahren super leicht von der Wand abziehen kannst. Das geht - wenn Du Wandfarbe verwendest - dann nicht mehr. Fazit: Es geht, die heutzutage beste Lösung ist es allerdings nicht mehr. Viele Grüße

Hallo, ich möchte eine Wand, die mit Seidenlatex-Farbe gestrichen wurde, jetzt mit einer Vliestapete übertapezieren. Muss ich vorher eine Grundierung anbringen? Und wenn ja, welche? - Im Malerfachgeschäft hat man mir Fein-Makulatur mitgegeben, "weil die Feuchtigkeit sonst nicht weg könnte". Meine zweite Frage ist dann: Sollte der Tapetenkleister dann auf die Wand oder nur auf die Tapete? Vielen Dank und viele Grüße.

Hallo Katrin, die Fein.Makulatur ist ja nur die Grundierung. Die Begründung warum Du die Auftragen solltest ist mir schleierhaft, aber schaden wird die Grundierung nicht. Bez. des Kleisters ist es so, dass wenn Du Vliestapetenkleister nimmst, und eine Vliestapete vorliegen hast Du den Kleister ohne weiteres auf die Wand auftragen kannst. Schau Dir hierfür einfach unser Video Vliestapete tapezieren an. Beste Grüße und gutes Gelingen!

Guten Tag,
ich habe eine verspachtelte Wand, darunter sind alte Fliesen) und möchte diese tapezieren.
Jetzt würde ich mir gerne einen Arbeitsgang ersparen und die Grundierung direkt mit dem Methylan Kleister anrühren (natürlich im angegebenen Mischungsverhältnis lt.Kleisterverpackung). Ginge das ?

Hallo Sabine, also gemacht wird vieles... Laut Hersteller sollte die Grundierung schon zuerst aufgetragen werden, denn diese bereitet den Untergrund ja erst vor. Zumal diese Arbeit auch wirklich schnell geht. Einfach mit der Walze aufrollen und fertig. Ich würde das gerade beim Tapezieren nicht riskieren wollen. Viele Grüße

Hallo,
wir haben beim Neubau die Wände als Grauputz und die Decken sind Gipskarton.
Wir können uns nicht zwischen direkt Streichen, oder Rollputz oder Tapete entscheiden.
Können Sie mir was empfehlen? ( Vom Arbeitsaufwand ist natürlich direkt Streichen für uns am besten). Wie müssen die Untergründe jeweils vor den Arbeitsschritten behandelt werden?
Viele Grüße

Hallo Niko,

also die Wahl des Belages können wir Dir leider nicht abnehmen. Persönlich würde ich zu Silikatfarbe greifen. So können die Wände atmen und ein gutes Raumklima gewährleisten. Das kommt natürlich auch auf die Substanz der Wände an. Tapeten mag ich pers. nicht so. Roll- bzw. Struckturputz kann sehr schön wirken, wenn es vom Stil her passt. Vielleicht von allem etwas. Zur Vorbehandlung schadet eine Grundierung vermutlich nie. Aber das kommt einfach auch auf die Belag und das verwendete Material an. Ich hoffe das hilft mal ein klein wenig. Am Ende müsst Ihr euch ja wohl fühlen, daher ist es wichtig, dass Ihr für euch eine Entscheidung trefft. Viele Grüße

Hallo,
wenn zuviel Tiefengrund den Halt der Tapete verhindert, muss ich dann den Tiefengrund anschleifen oder entfernen oder würde eine Grundierung die Haftung der Tapete verbessern?

Hallo Roland, also der Tiefengrund verbessert im Allgemeinen die Haftung. Der Kleber kann nicht so schnell ins Mauerwerk gezogen werden, dass die Tapete nich haftet. Daher trocknet der Kleber gleichmäßig an der Luft, sodass sich am Ende auch nichts verzieht. Also eine Grundierung verbessert immer das Ergebnis, gerade bei saugenden Untergründen. Viele Grüße

Guten Tag, ich ziehe aus einer Wohnung aus die vor einem Jahr kernsaniert wurde. Muss ich neu grundieren wenn ich die Tapeten abmachen und neu tapezieren möchte?

LG Bernd

Hallo, nun das kommt darauf an womit tapeziert wurde und wie leicht sich die Tapete entfernen lässt. Wurde mit Metylan und den richtigen Tapeten tapeziert, kannst Du edie alte Tapete einfach abziehen und die neue ohne viel Vorbereitung wieder draufgeben.

Viele Grüße

Vielen Dank für die rasche Antwort. Mit der stachelrolle und etwas Wasser ging die Rauhfasertapete super ab und es soll auch wieder rauhfaser drauf :-)
LG Bernd

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