Arbeiten in Trockenbauweise: Was Heimwerker vorher wissen sollten

Zwischendecke in Trockenbauweise | © vrstudio - stock.adobe.com
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Gipskarton und andere Trockenbaumaterialien sind ein Geschenk für Selbermacher. Denn mir ihrer Hilfe wird der Innenausbau (fast) zum Kinderspiel. Doch worauf müssen Heimwerker eigentlich achten, wenn sie Arbeiten in Trockenbauweise ausführen wollen? Und welche Projekte lassen sich auf diese Weise überhaupt umsetzen? Wir haben in diesem Überblick kompakt zusammengestellt, was Heimwerker vorher wissen sollten!

Was ist Trockenbau?

Im Trockenbau werden raumbegrenzende Bauwerke durch das Zusammenfügen von industriellen Halbzeugen erstellt. Dabei wird auf wasserhaltige Baustoffe wie Lehm oder Beton verzichtet. Die größten Vorteile der Trockenbauweise sind eine Zeit-, Kosten- und Materialersparnis sowie eine hohe Flexibilität. Trockenbauarbeiten lassen sich zügig durchführen und auch schnell wieder rückgängig machen. Viele Maßnahmen können Heimwerker in Eigenregie durchführen.

Häufig werden Trockenbaumaßnahmen staatlich gefördert. Förderprogramme gibt es z.B. in Deutschland von der KfW. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen die Energieeffizienz des Gebäudes steigern. Den Antrag zur Förderung müssen Heimwerker vorher zusammen mit einem Energieberater stellen. Doch was fällt eigentlich in diese Kategorie? Im Folgenden werden typische Trockenbauarbeiten vorgestellt.

  • Bodenlegen auf Trockenestrich
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    © skatzenberger - stock.adobe.com | Ein Trockenestrich hat den Vorteil, dass er keine Trocknungszeit benötigt. Stattdessen kann direkt mit…
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Abgehängte Decken
Um das Raumvolumen zu verringern und Heizkosten zu sparen, lassen sich viele Menschen abgehängte Decken einbauen. Besonders in Altbauten mit hohen Decken ist das sinnvoll. In einer abgehängten Decke lassen sich technische Installationen und Verrohrungen unterbringen. Ein klassisches Beispiel sind LED-Leuchten in der Zimmerdecke. Bei einer Akustikdecke handelt es sich ebenfalls um eine abgehängte Decke. Anstatt der üblichen Gipskartonplatten werden Akustikplatten montiert. Diese Platten bestehen aus Mineral-, Glas- oder Steinwolle. Sie verbessern den Schallschutz und die Raumakustik.

Spanndecken
Spanndecken sind Kunststofffolien, die der Verkleidung der Decke dienen. Sie werden über die alte Decke gespannt und durch den Einsatz eines Heizstrahlers geglättet. Mithilfe von Spanndecken können Heimwerker ihre Zimmerdecke auffrischen, denn die Folien gibt es in vielen verschiedenen Farben und Mustern. Häufig werden sie genutzt, um alte Holzvertäfelungen optisch aufzuwerten. Lichtdurchlässige Spanndecken werden Lichtdecken genannt. Sie lassen sich genauso wie normale Spanndecken anbringen, aber werden zusätzlich mit LEDs hinterleuchtet. Verschiedene LED-Bänder sorgen für vielfältige Farben und Lichteffekte.

Böden im Trockenbau
Den Bodenbelag dürfen Heimwerker üblicherweise erst anbringen, wenn der Estrich getrocknet ist. Wer aber Trockenestrich verwendet, kann auf diese Wartezeit verzichten. Wichtig für einen Trockenestrich ist, dass der Untergrund eben ist und keine undichten Stellen hat. Unebenheiten müssen gegebenenfalls durch eine Trockenschüttung ausgeglichen werden. Der Trockenestrich lässt sich in Form von fertigen Platten, beispielsweise Holzwerkstoffplatten, verlegen.

Eine Leichtbauwand selbst aufbauen
Mit einer Leichtbauwand lässt sich schnell und einfach der Grundriss einer Wohnung oder eines Hauses verändern. Sie eignet sich, um bestimmte Wohnbereiche voneinander abzutrennen. Das ist zum Beispiel nötig, wenn sich die Lebensverhältnisse ändern und ein zusätzlicher Raum geschaffen werden soll. Weitere detailliertere Infos rund um die Leichtbauwand bietet z.B. dieser Ratgeber.

Elemente einer Leichtbauwand

  • An Trockenbauprofilen befestigte Gipskartonplatte
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    © view7 - stock.adobe.com | Trockenbauprofile bilden das Grundgerüst für Gipskartonwände und abgehängte Decken. Die Zwischenräume werden zu…
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Basis einer Leichtbauwand, auch Trockenbauwand genannt, ist das Ständerwerk. Es besteht aus Metallprofilen, den sogenannten UW- und CW-Profilen. Diese gibt es im Baumarkt für etwa 5 Euro pro Stück. Die Profile müssen an Wand, Decke und Fußboden angebracht werden. Zur Befestigung werden Drehstiftdübel mit Trockenbauschrauben verwendet.

Neben Metallprofilen werden auch Holzprofile für das Ständerwerk angeboten. Holz gilt zwar als klassisches Material, allerdings nimmt es Feuchtigkeit auf und kann sich verziehen. So kommt es später eventuell zu Rissen in der Beplankung. Eine Entscheidung für Holzprofile beruht meist auf ökologischen Gründen. Preislich besteht zwischen Metall- und Holzprofilen kaum ein Unterschied. Weiterer Vorteil der Metallprofile ist, dass es eine große Auswahl an Zubehör gibt und die Profile durch ein Baukastensystem genau aneinander angepasst sind.

Das Ständerwerk bildet die tragende Unterkonstruktion einer Leichtbauwand. Der Aufbau muss dann beplankt, also verkleidet, werden. Dafür werden in der Regel Gipskartonplatten eingesetzt. Je nach Größe kosten die Platten 3 bis 6 Euro pro Stück. Es gibt aber auch Sonderfälle, in denen Heimwerker andere Platten für die Beplankung verwenden sollten:

  • Für Lärmschutz sorgen Akustik- bzw. Schallschutzplatten.
  • Gelten erhöhte Brandschutzbestimmungen, sollte mit Massivbauplatten beplankt werden.
  • Für den Innenausbau in Feuchträumen wie im Bad eignen sich imprägnierte Gipsplatten. Noch besser ist der Einsatz von Zementbauplatten, die wegen ihrer Verstärkung mit Glasfasern belastbarer sind.
  • Sowohl für den Brandschutz als auch in Feuchträumen lässt sich auf Gipsfaserplatten zurückgreifen, die zusätzlich durch Fasern verstärkt und dadurch stabiler sind. Sie benötigen keine Ummantelung mit Karton.
  • Besonders flexibel sind Falt- und Biegeplatten, die Wölbungen und individuelle Formen im Trockenbau möglich machen.

Erste Schitte beim Aufbau der Wand

  • Ausrichtung der Rigipswand mit Wasserwaage prüfen
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    © artursfoto - stock.adobe.com | Der beste Freund des Heimwerkers beim Arbeiten in Trockenbauweise ist die Wasserwaage. Nur mit ihrer Hilfe…
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Am Beginn steht immer eine gute Planung: Zuerst muss geklärt werden, wo die Trockenbauwand stehen soll. Anschließend wird der Wandverlauf auf Boden, Wänden und Decke aufgezeichnet. Wasserwaage, Schlagschnur und Richtlatte sind hier unverzichtbar. Mit ihrer Hilfe wird abgesichert, dass die Leichtbauwand am Ende auch gerade verläuft.

Heimwerker müssen sich außerdem im Voraus über den Einbau von Türen oder den Verlauf elektrischer Leitungen in der Leichtbauwand Gedanken machen. Darüber hinaus wird die geplante Belastung der Wand kalkuliert. Das alles sind Maßnahmen, die sicherstellen, dass es am Ende keine bösen Überraschunegn gibt.

Das Ständerwerk

  • Türoffnung in einer Gipskartonwand
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    © Aisyaqilumar - stock.adobe.com | Auch Türen sind in Trockenbauwänden ohne Weiteres umsetzbar. Für den sicheren Einbau werden UA…
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Am Anfang gilt es, die UW-Profile an Boden und Decke zu befestigen. Mit einer Metallschere oder Metallsäge können die Profile auf die gewünschte Größe zugeschnitten werden. Um die Profile an der Decke anzubringen, werden die Unterseiten mit selbstklebendem Dichtungsband beklebt. Bevor Heimwerker die unteren UW-Profile bekleben und befestigen, sollten sie mit einem Lot messen, ob die markierten Linien noch stimmen. Im Anschluss werden die Metallprofile mithilfe von Drehstiftdübeln und Trockenbauschrauben an Boden und Decke verschraubt. Falls eine Tür eingesetzt werden soll, braucht es an dieser Stelle kein UW-Profil am Boden.

Im Anschluss folgt das Anbringen der CW-Profile. Heimwerker sollten sie auf Höhe der Wand zurechtschneiden und ebenfalls mit Dichtungsband versehen. Dann werden sie in die UW-Profile gestellt, senkrecht ausgerichtet und mit Schrauben und Dübeln an der Wand befestigt. Die Wandprofile sollten an mindestens drei Befestigungspunkten fixiert werden. Nacheinander gilt es, weitere CW-Profile an die Wand zu montieren. Der Abstand zwischen den Profilen sollte eine halbe Gipsplattenbreite betragen. Die Messung erfolgt von Mittelachse zu Mittelachse der Profile.

Möchten Heimwerker eine schwere oder breite Tür einsetzen, sollten sie stärkere UA-Aussteifungsprofile verwenden. Dabei müssen sie die Profile vor dem Aufbau mit einem waagerechten Türsturzprofil verbinden. Die Profile, die als Türpfosten vorgesehen sind, müssen mit Steckwinkeln an Decke und Boden verdübelt werden.

Die Beplankung

Sobald das Ständerwerk fertig ist, wird mit der Beplankung der Wände fortgefahren. Ist für die Zukunft geplant, schwere Möbel an die Wand zu hängen, sollten Heimwerker die Wand doppelt beplanken. In diesem Fall werden zwei Gipskartonschichten auf jede Seite geschraubt.

Mithilfe eines Schnellbauschraubers werden die Platten mit Gipskartonschrauben befestigt und anschließend überspachtelt. Bevor die gegenüberliegende Seite beplankt wird, muss geklärt werden, ob Stromleitungen oder Installationsleitungen in den Wandzwischenraum gelegt werden sollen. Bei dieser Planung hilft ein Elektriker. Möchten Heimwerker für erhöhten Schallschutz sorgen, wird der Zwischenraum mit Dämmwolle befüllt.

Wenn ein schweres Regal oder ein Schrank für die Wand vorgesehen ist, wird die Fläche vor dem Anbau der Gipsplatten mit OSB-Platten beplankt. Alternativ lassen sich auch Universal-Traversen zur Aufnahme von wandhängenden Lasten seitlich an die CW-Profile schrauben. Möchten Heimwerker Bilderrahmen an die Leichtbauwand hängen, müssen sie die Wand nicht extra verstärken. Stattdessen können sie Bilderhaken verwenden. Mittelschwere Gegenstände wie Fernsehregale lassen sich durch Hohlraumdübel an der Gipsplatte anbringen.

Verspachteln und Weiterverarbeiten der Wand

  • Trockenbauwand verspachteln
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    © Khorzhevska - stock.adobe.com | Nach dem Aufbau der Wand werden noch die Stoßfugen verspachtelt. Bei sorgfältiger Arbeit können die…
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Nach der Montage der Gipskartonplatten bleibt noch die Aufgabe, die Plattenstöße zu verspachteln. Es lohnt sich, hier mit Sorgfalt vorzugehen – besonders dann, wenn die Wände später nur gestrichen werden sollen. Hässliche Fugen machen sich sonst sehr schnell bemerkbar. Im Bad sollten Heimwerker ausschließlich mit imprägnierter Spachtelmasse arbeiten. 

Sobald die Masse getrocknet ist, wird die Leichtbauwand grundiert und kann dann ganz nach Geschmack gestrichen, tapeziert, verfliest oder mit Dekorputz versehen werden. Einer Verfliesung geht bestenfalls eine Doppelbeplankung voraus, damit die Wand stark genug ist, um die Fliesen zu tragen. 

Gipskarton und andere Trockenbaumaterialien sind ein Geschenk für Selbermacher. Denn mir ihrer Hilfe wird der Innenausbau (fast) zum Kinderspiel. Doch worauf müssen Heimwerker eigentlich achten, wenn sie Arbeiten in Trockenbauweise ausführen wollen? Und welche Projekte lassen sich auf diese Weise überhaupt umsetzen? Wir haben in diesem Überblick kompakt zusammengestellt, was Heimwerker vorher wissen sollten!
  • Bodenlegen auf Trockenestrich
    © skatzenberger - stock.adobe.com | Ein Trockenestrich hat den Vorteil, dass er keine Trocknungszeit benötigt. Stattdessen kann direkt mit dem Bodenlegen weitergemacht werden.
  • An Trockenbauprofilen befestigte Gipskartonplatte
    © view7 - stock.adobe.com | Trockenbauprofile bilden das Grundgerüst für Gipskartonwände und abgehängte Decken. Die Zwischenräume werden zu Zwecken der Dämmung gerne mit Mineralwolle gefüllt.
  • Ausrichtung der Rigipswand mit Wasserwaage prüfen
    © artursfoto - stock.adobe.com | Der beste Freund des Heimwerkers beim Arbeiten in Trockenbauweise ist die Wasserwaage. Nur mit ihrer Hilfe lässt sich sicherstellen, dass am Schluss alles gerade steht.
  • Türoffnung in einer Gipskartonwand
    © Aisyaqilumar - stock.adobe.com | Auch Türen sind in Trockenbauwänden ohne Weiteres umsetzbar. Für den sicheren Einbau werden UA-Aussteifungsprofile eingesetzt.
  • Trockenbauwand verspachteln
    © Khorzhevska - stock.adobe.com | Nach dem Aufbau der Wand werden noch die Stoßfugen verspachtelt. Bei sorgfältiger Arbeit können die Flächen direkt gestrichen werden, und schon ist das Projekt abgeschlossen!
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