Rigips verspachteln - Spachteln wie der Profi

Rigips verspachteln - Verspachtelte Rigipswände inkl. Eckprofile beim Dachfenster
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Aktualisiert am 21.03.2018
Der Trockenbau ist eine Bauweise, die heute weder auf modernen Baustellen noch beim Heimwerken wegzudenken ist. Egal ob als Installationswand, Zwischenwand, Trockenputz oder Zwischendecke - Trockenbauplatten finden nahezu überall Verwendung. Die Sache ist nur die: Beim Einsatz von Trockenbau- bzw. Rigipsplatten muss eine Menge verspachtelt werden. Wie auch Heimwerker ohne Probleme Rigips verspachteln können, zeigen wir in diesem Artikel.
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Werkzeug und Material

Ein erster Vorteil: Damit sich Rigips verspachteln lässt, ist gar nicht besonders viel Werkzeug vonnöten. Ein Baueimer, ein Kellenspachtel, ein oder mehrere Breitspachtel reichen in aller Regel aus. Stets griffbereit sollte ein Schraubendreher sein, denn nicht immer wurden alle Schrauben tief genug versenkt. Je nach Raumhöhe und Körpergröße wird die Liste an Werkzeugen mit der Leiter beschlossen.

An Material wird Spachtelmasse für den Innenbereich benötigt. Für die ersten Durchgänge reicht ein sogenannter Fugenfüller. Für den letzten Spachtelgang kann eine Flächenspachtel zum Einsatz kommen. Fugendecksteifen sind die zweite und letzte Zutat, die beim Rigips-Verspachteln nicht fehlen darf. Sorgen sie doch dafür, dass auch in Zukunft die Wand frei von Rissen bleibt.

Das Projekt und die Vorarbeiten

  • Projektgrundlagen
    zur Bildreihe
    © diybook | Der Dachbodenausbau im Trockenbau ist die vermutlich beliebteste Möglichkeit, neuen Raum zu schaffen. Er geht schnell, ist…
  • Kantenschutz anbringen
    © diybook | Bevor der Trockenausbau verspachtelt wird, gilt es, den Kantenschutz anzubringen. Wie das genau funktioniert, ist in einem…
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Dieses Projekt zeigt das Verspachteln eines Dachausbaus in Trockenbauweise. Verspachtelt werden Wände, Dachschrägen, Dachfenster und Wartungsluken. Zudem ist dieser Artikel weniger eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern vielmehr eine Zusammenstellung aller möglichen Spachtelszenarien im Trockenbau. Denn meistens bleibt man davor verschont, alle hier dargestellten Spachtelfälle auch im eigenen Projekt vorzufinden. 

Die Vorarbeit, Kanten mit einem Profil zu schützen, hat zwar auch mit Spachteln zu tun, wird aber in einem anderem Artikel (Kantenschutz anbringen) bereits dargestellt. Genauso wurde auch der Spezialfall, nämlich das Verspachteln des vorhandenen Holzbalkens, in einen anderen Artikel (Holzbalken spachteln) ausgelagert.

Spachtelmasse anrühren

  • Spachtelmasse ansetzen
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    © diybook | Richtig! Zum Rigips-Verspachteln braucht es Spachtelmasse. Und um die Spachtelmasse anzurühren, wird kaltes Wasser vorgelegt…
  • Spachtelmasse anrühren
    © diybook | Nachdem die Masse ca. zwei Minuten sumpfen konnte, wird sie mit dem Kellenspachtel gut durchmischt und klumpenfrei angerührt.…
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Bevor es mit dem Rigips-Verspachteln logehen kann, muss zunächst die Spachtelmasse angesetzt werden. Dazu wird kaltes Wasser in einem Eimer vorgelegt und Spachtelmasse bis knapp unter die Wasseroberfläche eingestreut. Nach zumindest zwei Minuten Pause, dem sogenannten Sumpfen, kann die Spachtelmasse mit der Kelle zu einer glatten, sämigen Masse aufgerührt werden. 

Hinweis: Das Sumpfen verhindert die Klumpenbildung, die Spachtelmasse also nicht sofort verrühren!

Aber Vorsicht bei der Menge! Denn wird zu viel Spachtelmasse angerührt, kann sie am Ende nur sehr schwer verarbeitet bzw. muss im schlimmsten Fall sogar entsorgt werden. Selbst Profis rühren keine Unmengen an Spachtelmasse an und arbeiten lieber mit frisch angerührtem Material.

Stöße verspachteln

  • Stöße mit Spachtelmasse füllen
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    © diybook | Zuerst werden die Stöße der Rigipsplatten gut mit Spachtelmasse befüllt. Wichtig ist, dass die Masse richtig in die Spalten…
  • Mit Spachtelmasse gefüllte Stöße
    © diybook | Gespachtelt wird nur in den Stößen, die restliche Platte bleibt unberührt. Sind die Stöße befüllt, werden sie einmal kurz in…
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Beim Verspachteln von Rigips praktisch immer vorhanden sind Stöße. Diese sind auch das Erste, das verspachtelt wird, denn wirklich glatt werden diese erst nach dem dritten Spachteldurchgang.

Die Spachtelmasse wird zunächst fest in die Stöße der Rigipsplatten gedrückt. Besonders hübsch muss das anfangs nicht aussehen, denn es geht hauptsächlich darum, das Material in die Fugen zu bekommen. Ist ausreichend Spachtelmasse in den Stößen, wird der Stoß dann einmal glatt abgezogen und die überschüssige Spachtelmasse aufgenommen. Jetzt sollte sich der Stoß aber relativ glatt geben, denn je sauberer jetzt gearbeitet wird, umso leichter lässt sich im weiteren Verlauf der Rigips verspacheln.

  • Fugendeckstreifen einlegen
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    © diybook | Jetzt kommen Fugendeckstreifen zum Einsatz. Sie verhindern die Bildung von Rissen beim Übergang von einer Rigipsplatte auf die…
  • Fugendeckstreifen einarbeiten
    © diybook | Eignen sich die recht robusten und selbstklebenden Fugendeckstreifen nur für grobe Stöße, sind die Streifen aus dünnem…
  • Fugendeckstreifen einarbeiten
    © diybook | Sind die Streifen eingelegt, werden diese mit ein wenig Spachtelmasse überarbeitet und der Stoß wird sauber und glatt abgezogen…
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Danach werden die Fugendecksteifen eingelegt. Die verwendeten Fugendecksteifen sind allerdings keine selbstklebenden Gitterbänder, sondern ganz gewöhnliche Glasfaserbänder. Diese haben den Vorteil, dass sie so gut wie gar nicht auftragen und sich daher auch für geschnittene Stöße perfekt eignen. Nach dem Einlegen der Fugendecksteifen werden die Fugen aber nochmals mit Spachtelmasse überzogen, so dass die Fugendecksteifen nun sauber in die Stöße eingearbeitet sind.

Tipp: Selbstklebende Gitterbänder sind eher für den Einsatz an der Decke bei der Verlegung von Platten-Stoß an Platten-Stoß gedacht. Für geschnittene Stöße tragen sie zu viel auf. 

Kanten spachteln und bandagieren

  • Eckprofile erneut spachteln
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    © diybook | Als nächstes werden die Eckprofile verspachtelt. Da diese zuvor nur grob eingeklebt wurden, wird jetzt für einen schönen und…
  • Eckprofile mit Fugendeckband versehen
    © diybook | Vom Heimwerker oft vernachlässigt wird das Bandagieren der Profile. Gerade im Trockenbau ist das aber ein Muss, denn sonst…
  • Fugendeckband bei den Eckprofilen einarbeiten
    © diybook | ... und wieder mit Spachtelmasse überzogen. Wer Rigips verspachteln möchte, wird schnell feststellen, dass viele Arbeiten zur…
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Der nächste Schritt ist das Bandagieren der Kanten bzw. Außenecken. Auch wenn - oder gerade dann, wenn - ein Eckprofil gesetzt wird, ist es wichtig, dieses mit einem Fugendeckstreifen zu versehen. Der Grund ist recht einfach: Oft reicht die Rigipsplatte nur ungenügend weit in das Profil hinein. Gibt es dann Spannungen, bilden sich sehr leicht Haarrisse entlang des gesamten Profils, da es keine Verbindung zwischen dem Profil und der Rigipsplatte gibt. Fugendeckstreifen schaffen Abhilfe!

Das Vorgehen ist dabei das Gleiche wie beim Stoß: Zuerst wird Spachtelmasse entlang der Kante aufgetragen. Dann wird der Fugendeckstreifen in die Spachtelmasse eingelegt und nochmals mit Spachtelmasse überarbeitet. Fertig!

Profi-Tipp: Profilkanten werden vom Profi gerne an die Wand getackert. Ist also ein Tacker vorhanden, können die Profile auch an die Wand getackert werden. Das Spachteln entfällt dadurch aber trotzdem nicht!

Dachschräge spachteln, Wand- und Deckenanschluss spachteln

  • Dachschrägen spachteln
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    © diybook | Der Übergang von der Wand auf die Dachschräge wird ebenfalls mit Spachtelmasse verschlossen. Ein Fugendeckstreifen kommt hier…
  • Wand- und Deckenanschluss spachteln
    © diybook | Auch bei Wand- und Deckenanschlüssen kommt kein Fugendeckstreifen zum Einsatz, denn es gilt das Gleiche wie beim Übergang von…
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Beim Spachteln von Wandanschlüssen bzw. dem Übergang von der Wand auf eine Dachschräge verhält es sich anders. Diese Ichsen werden nicht bandagiert. Das hat den Grund, dass sich Wand und Decke gerade im Dachausbau sehr leicht minimal gegeneinander verschieben können. Ist die Ichse dann bandagiert, passiert Folgendes: Das Band wird sich wölben und sehr unschöne Blasen werfen. Das Bandagieren trägt also in diesem Fall nicht positiv zum Rigips-Verspachteln bei. 

Daher wird die Ichse bei Wand-Deckenanschlüssen lediglich mit Spachtelmasse befüllt und im Anschluss an das Spachteln mit Acryl verschlossen. 

Hinweis: Selbst speziell dafür gebaute Spachtelbänder haben im Praxistest oftmals versagt und unschöne Blasen geworfen. 

Schrauben spachteln

  • Schrauben spachteln
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    © diybook | Im Trockenbau immer vorhanden sind Schrauben. Und auch diese müssen beim Rigips-Verspachteln Beachtung finden. Das Spachteln…
  • Schraube entfernen
    © diybook | Nun bleiben zwei Möglichkeiten: Hat die Schraube Halt, kann sie nachgezogen werden. Hat die Schraube hingegen keinen Halt, dann…
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Schrauben werden beim Verspachteln von Rigips immer zweimal gespachtelt. Denn erst dann sind auch diese wirklich unsichtbar. Das Spachteln erfolgt über Kreuz, sodass die Spachtelmasse den Kopf in jedem Fall ausfüllt.

Ist das Spachteln der Schrauben selbst sehr einfach, kann sich das Nacharbeiten der Schrauben als relativ mühsam erweisen. Denn wurde der Trockenbau schlampig ausgeführt und sind die Schrauben nicht tief genug versenkt, heißt es eindrehen. Erkennbar ist das daran, dass sich beim Überspachteln der Schrauben kleine Stege ausbilden. Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Schraube eingedreht werden muss. Ist das Eindrehen der Schrauben nicht möglich, weil sich dahinter kein Profil oder Konstruktionsholz befindet, so muss die Schraube entfernt werden.

Wartungsluke spachteln

  • Wartungsluke verspachteln
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    © diybook | Wartungsluken sind eine feine Sache! Denn verstecken sich wichtige Installationen hinter der Rigipswand, dann kann es vorkommen…
  • Abdeckung der Wartungsluke spachteln
    © diybook | Die Abdeckung der Wartungsluke wird flächig am Boden liegend verspachtelt. Die Schraubköpfe werden verschlossen und eine gerade…
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Bei Wartungsluken ist es wichtig, zuerst den Deckel abzunehmen. Dann wird von außen in Richtung Luke gespachtelt. Bandagen kommen hier nicht zum Einsatz. Je nach Spaltenbreite reicht hier ein zweimaliges Spachteln aus. 

Der Deckel selbst wird separat verspachtelt. Hier gilt es, eine einheitliche Fläche zu erstellen. Auch in diesem Fall ist es alleine wegen der Schrauben schon Pflicht, zweimal den Rigips zu verspachteln.

Ergebnis des ersten Spachteldurchgangs

  • Stöße fallen ein
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    © diybook | Nach dem ersten Spachtelgang kann das Einfallen und Schwinden der Spachtelmasse sehr gut beobachtet werden. Gerade bei tiefen…
  • Labyrinth
    © diybook | Nach dem ersten Spachteln der Rigipswand sieht diese aus wie ein riesiges Labyrinth mit Punkten. Jetzt ist aber erstmal eine…
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Stöße, Schrauben, Kanten, Wandanschlüsse und Wartungsluken - auf all das stößt man beim Verspachteln von Rigips- bzw. Trockenbauplatten. Sind alle genannten Fälle das erste Mal gespachtelt, zeigt sich schnell folgendes Bild: Die Spachtelmasse fällt ein und gerade an Stößen sind eindeutig Mulden erkennbar. Ein erneutes Spachteln ist also unabdingbar.

Als Faustregel gilt, dass Stöße dreimal und Schrauben zweimal zu spachteln sind. Beschleunigen lässt sich das allerdings nicht, da Spachtelmasse immer an Volumen verliert, sodass ein zweiter bzw. dritter Durchgang nicht einzusparen sind. Aber keine Angst: Die folgenden Durchgänge gehen wesentlich schneller als der erste, denn das Bandagieren ist bereits abgeschlossen.

Weitere Spachtelgänge

  • Zweiter Spachteldurchgang an den Stößen
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    © diybook | Konnte die Spachtelmasse trocknen, folgt der zweite Spachteldurchgang. Wieder wird mit den Stößen der Platten begonnen. Das…
  • Kanten das zweite Mal verspachteln
    © diybook | Nach den Stößen folgt das Verspachteln der Kanten. Hier wird immer ausgehend von der Kante gespachtelt. So wird ein schön…
  • Dachschräge spachteln
    © diybook | Auch an der Dachschräge geht es erneut ans Rigips-Verspachteln. Ein gerades und flaches Abziehen sorgt für eine saubere Ecke.
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Nach dem Trocknen der Spachtelmasse kann spätestens am nächsten Tag mit dem zweiten Spachtelgang begonnen werden. Wieder werden Stöße, Schrauben, Kanten und Wandanschlüsse mit Spachtelmasse versehen. 

Relativ deutlich füllt die Spachtelmasse die eingesunkenen Stöße auf. Zu beachten ist lediglich, dass nicht zu viel Spachtelmasse aufgetragen wird, denn Buckel soll die Wand ja auch keine bekommen. Wer also im Nachhinein die Spachtelmasse nicht wieder abschleifen möchte, folgt nicht dem Motto: größer (mehr) ist besser!

 

  • Wand- und Deckenanschlüsse verspachteln
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    © diybook | Die Wand- und Deckenanschlüsse sind als nächstes an der Reihe. In Ecken ist es manchmal besser, in einem Halbkreis abzuziehen.…
  • Schrauben nicht vergessen
    © diybook | Die Schrauben werden ebenfalls ein zweites Mal verspachtelt. So verschwinden die Köpfe zuverlässig und sind dann nur mehr…
  • Wartungsluke
    © diybook | Der Wartungsluke wird noch einmal besondere Aufmerksamkeit geschenkt und ein schön verlaufender Übergang von der Luke zum Rest…
  • Ergebnis zweiter Durchgang
    © diybook | Das Bild hat sich nach dem zweiten Spachteldurchgang nicht sonderlich geändert: Die Wand sieht nach wie vor aus wie ein…
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Diesmal sollte aber schon auf ein nahezu perfektes Aussehen wert gelegt werden, denn der dritte und letzte Spachtelgang ist nur mehr der Feinschliff. Von den Ecken her wird also für einen schönen verlaufenden Übergang gesorgt. Am besten gelingt das, indem der Spachtel in annähernd halbkreisförmigen Zügen möglichst flach über die Spachtelmasse geführt wird.

Dann ist es auch schon fast geschafft. Die Wand gleicht jetzt zwar einem Fleckerlteppich, aber nur bis zum nächsten Schritt. Denn bevor das dritte Mal gespachtelt wird, wird die Wand zunächst einmal grundiert. Mit Grundierung ist nicht nur das Einstreichen mit Tiefengrund gemeint, sondern bereits der Erstanstrich der Wand. Denn erst auf einer einheitlich weißen bzw. färbigen Wand können auch die letzten Unebenheiten entdeckt und ausgebessert werden.

Hinweis: Ob ein Tiefengrund im Trockenbau verwendet werden muss oder nicht, ist oft Anlass zur Diskussion. Hier gibt es unterschiedliche Ansichten und Aspekte, die aber an anderer Stelle diskutiert werden.

Finale Schritte: Mit Farbe grundieren und ein letztes mal spachteln

  • Ausbesserungen im dritten Spachteldurchgang
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    © diybook | Ist der erste Grundanstrich aufgetragen, ist die Wand weiß wie Schnee. Durch den Anstrich und die einheitlich weiße Farbe…
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Ist die Wand das erste Mal gestrichen, werden jetzt in hellem Licht alle noch verbleibenden Unebenheiten sichtbar. Hier zeigt sich, wie gut bereits gearbeitet wurde. Es ist Zeit für den letzten Durchgang im Rigips-Verspachteln!

Sind alle Stöße und andere noch vorhandene Unebenheiten ein drittes und letztes Mal gespachtelt, können die nicht bandagierten Wand- und Deckenanschlüsse mit Acryl verschlossen werden. Für diese Arbeiten darf aber kein Silikon verwendet werden, denn Silikon kann nicht überstrichen werden! Das Ziehen von Acryl gelingt analog zum Ziehen von Silikonfugen. Auf das Abkleben wird dabei aber so gut wie immer verzichtet, da die Acrylfuge eigentlich immer überstrichen und dadurch unsichtbar wird.

Geschafft, der Trockenausbau und die Rigipsplatten sind verspachtelt. Jetzt fehlt nur noch der letzte Anstrich und vom Trockenbau ist nichts mehr zu sehen.

 

Der Trockenbau ist eine Bauweise, die heute weder auf modernen Baustellen noch beim Heimwerken wegzudenken ist. Egal ob als Installationswand, Zwischenwand, Trockenputz oder Zwischendecke - Trockenbauplatten finden nahezu überall Verwendung. Die Sache ist nur die: Beim Einsatz von Trockenbau- bzw. Rigipsplatten muss eine Menge verspachtelt werden. Wie auch Heimwerker ohne Probleme Rigips verspachteln können, zeigen wir in diesem Artikel.
  • Projektgrundlagen
    © diybook | Der Dachbodenausbau im Trockenbau ist die vermutlich beliebteste Möglichkeit, neuen Raum zu schaffen. Er geht schnell, ist funktionell und erschwinglich. Wer sich allerdings vor dem Rigips-Verspachteln scheut, sollte besser über Alternativen nachdenken. Denn zu spachteln gibt es dabei genug: Stöße, Kanten, Ecken, Fenster, Wartungsluken, Holzbalken und Wandanschlüsse stehen auf dem Programm.
  • Kantenschutz anbringen
    © diybook | Bevor der Trockenausbau verspachtelt wird, gilt es, den Kantenschutz anzubringen. Wie das genau funktioniert, ist in einem anderen Artikel zu sehen. Hier geht es aber in erster Linie darum, den Kantenschutz einfach mit Spachtelmasse an den Kanten zu fixieren. Es muss nicht einmal besonders schön und glatt sein, denn das eigentliche Spachteln kommt noch. Tipp: Profis tackern / klammern das Kantenprofil an die Wand.
  • Spachtelmasse ansetzen
    © diybook | Richtig! Zum Rigips-Verspachteln braucht es Spachtelmasse. Und um die Spachtelmasse anzurühren, wird kaltes Wasser vorgelegt und die Masse bis knapp unter die Wasseroberfläche eingestreut. Sogenannter Fugenfüller ist für die ersten Durchgänge sehr gut geeignet. Für den letzten Durchgang kann aber auch ein Flächenspachtel verwendet werden.
  • Spachtelmasse anrühren
    © diybook | Nachdem die Masse ca. zwei Minuten sumpfen konnte, wird sie mit dem Kellenspachtel gut durchmischt und klumpenfrei angerührt. Jetzt ist es an der Zeit, den Rigips zu verspachteln!
  • Stöße mit Spachtelmasse füllen
    © diybook | Zuerst werden die Stöße der Rigipsplatten gut mit Spachtelmasse befüllt. Wichtig ist, dass die Masse richtig in die Spalten eingedrückt wird und die Stöße vollständig aufgefüllt werden.
  • Mit Spachtelmasse gefüllte Stöße
    © diybook | Gespachtelt wird nur in den Stößen, die restliche Platte bleibt unberührt. Sind die Stöße befüllt, werden sie einmal kurz in Längsrichtung abgezogen und geglättet.
  • Fugendeckstreifen einlegen
    © diybook | Jetzt kommen Fugendeckstreifen zum Einsatz. Sie verhindern die Bildung von Rissen beim Übergang von einer Rigipsplatte auf die andere. Dazu werden die Fugendeckstreifen angehalten und in die Spachtelmasse faltenfrei eingelegt. Fertig!
  • Fugendeckstreifen einarbeiten
    © diybook | Eignen sich die recht robusten und selbstklebenden Fugendeckstreifen nur für grobe Stöße, sind die Streifen aus dünnem Glasfaserpapier für alle Bereiche einsetzbar, also auch da, wo die Rigipsplatten gebrochen wurden. Sie sind hauchdünn und werden ganz einfach in die Spachtelmasse eingelegt.
  • Fugendeckstreifen einarbeiten
    © diybook | Sind die Streifen eingelegt, werden diese mit ein wenig Spachtelmasse überarbeitet und der Stoß wird sauber und glatt abgezogen. Geschafft, der erste Spachteldurchgang bei den Stößen wäre erledigt!
  • Eckprofile erneut spachteln
    © diybook | Als nächstes werden die Eckprofile verspachtelt. Da diese zuvor nur grob eingeklebt wurden, wird jetzt für einen schönen und sauberen Anschluss gesorgt. Also Spachtelmasse auftragen und glatt abziehen!
  • Eckprofile mit Fugendeckband versehen
    © diybook | Vom Heimwerker oft vernachlässigt wird das Bandagieren der Profile. Gerade im Trockenbau ist das aber ein Muss, denn sonst drohen Haarrisse entlang des ganzen Profils! Daher wird ein Fugendeckstreifen zu beiden Seiten entlang des Profils in die feuchte Spachtelmasse eingelegt ...
  • Fugendeckband bei den Eckprofilen einarbeiten
    © diybook | ... und wieder mit Spachtelmasse überzogen. Wer Rigips verspachteln möchte, wird schnell feststellen, dass viele Arbeiten zur Routine werden.
  • Dachschrägen spachteln
    © diybook | Der Übergang von der Wand auf die Dachschräge wird ebenfalls mit Spachtelmasse verschlossen. Ein Fugendeckstreifen kommt hier nicht zum Einsatz. Aus gutem Grund: Denn bei kleinsten Verschiebungen von Wand und Decke zueinander würde der Fugendeckstreifen regelrecht Blasen schlagen. Kein schöner Anblick. Die Lösung für diese Bereiche ist Acryl. Dieser flexible Anschluss sorgt dafür, die dort immer entstehenden Risse optimal zu kaschieren.
  • Wand- und Deckenanschluss spachteln
    © diybook | Auch bei Wand- und Deckenanschlüssen kommt kein Fugendeckstreifen zum Einsatz, denn es gilt das Gleiche wie beim Übergang von der Wand auf die Dachschräge.
  • Schrauben spachteln
    © diybook | Im Trockenbau immer vorhanden sind Schrauben. Und auch diese müssen beim Rigips-Verspachteln Beachtung finden. Das Spachteln erfolgt dabei über Kreuz. Sind diese ordnungsgemäß eingedreht, ist von ihnen nach zweimaligem Verspachteln nichts mehr zu sehen. Das gilt aber nicht, wenn die Schraube wie hier noch einen Millimeter aus der Trockenbauplatte herausragt.
  • Schraube entfernen
    © diybook | Nun bleiben zwei Möglichkeiten: Hat die Schraube Halt, kann sie nachgezogen werden. Hat die Schraube hingegen keinen Halt, dann muss sie entfernt werden.
  • Wartungsluke verspachteln
    © diybook | Wartungsluken sind eine feine Sache! Denn verstecken sich wichtige Installationen hinter der Rigipswand, dann kann es vorkommen, dass deren Funktion das eine oder andere Mal kontrolliert werden muss. Soll dann nicht gleich die ganze Wand abgerissen werden, ist eine solche Wartungsluke Gold wert. Zum Verspachteln wird zunächst die Türe entfernt und von außen in Richtung Luke gespachtelt. So entsteht ein schöner verlaufender Übergang.
  • Abdeckung der Wartungsluke spachteln
    © diybook | Die Abdeckung der Wartungsluke wird flächig am Boden liegend verspachtelt. Die Schraubköpfe werden verschlossen und eine gerade und glatte Oberfläche erzeugt. Überstehende Spachtelmasse wird entfernt.
  • Stöße fallen ein
    © diybook | Nach dem ersten Spachtelgang kann das Einfallen und Schwinden der Spachtelmasse sehr gut beobachtet werden. Gerade bei tiefen Stößen ist das gut zu erkennen. Durch die Trocknung und den Wasserverlust fällt die Spachtelmasse ein und leichte Gruben werden sichtbar. Das ist der Grund, warum das Ergebnis, je nach Tiefe der zu verspachtelnden Fehlstellen, erst nach dem zweiten bzw. dritten Durchgang perfekt zu sein scheint.
  • Labyrinth
    © diybook | Nach dem ersten Spachteln der Rigipswand sieht diese aus wie ein riesiges Labyrinth mit Punkten. Jetzt ist aber erstmal eine Pause angesagt. Denn dieser erste Spachtelgang sollte relativ gut durchtrocknen, bevor es ein zweites bzw. drittes Mal daran geht, den Rigips zu verspachteln.
  • Zweiter Spachteldurchgang an den Stößen
    © diybook | Konnte die Spachtelmasse trocknen, folgt der zweite Spachteldurchgang. Wieder wird mit den Stößen der Platten begonnen. Das Verspachteln geht jetzt aber weit schneller, denn Fugendeckstreifen müssen keine mehr eingelegt werden.
  • Kanten das zweite Mal verspachteln
    © diybook | Nach den Stößen folgt das Verspachteln der Kanten. Hier wird immer ausgehend von der Kante gespachtelt. So wird ein schön gleichmäßig verlaufender Übergang erzeugt.
  • Dachschräge spachteln
    © diybook | Auch an der Dachschräge geht es erneut ans Rigips-Verspachteln. Ein gerades und flaches Abziehen sorgt für eine saubere Ecke.
  • Wand- und Deckenanschlüsse verspachteln
    © diybook | Die Wand- und Deckenanschlüsse sind als nächstes an der Reihe. In Ecken ist es manchmal besser, in einem Halbkreis abzuziehen. Wurde der platteneigene Stoß einer Platte ins Eck gelegt, hilft das Abziehen der Ecke von oben nach unten.
  • Schrauben nicht vergessen
    © diybook | Die Schrauben werden ebenfalls ein zweites Mal verspachtelt. So verschwinden die Köpfe zuverlässig und sind dann nur mehr Bestandteil der ebenen Wand.
  • Wartungsluke
    © diybook | Der Wartungsluke wird noch einmal besondere Aufmerksamkeit geschenkt und ein schön verlaufender Übergang von der Luke zum Rest der Wand gezaubert.
  • Ergebnis zweiter Durchgang
    © diybook | Das Bild hat sich nach dem zweiten Spachteldurchgang nicht sonderlich geändert: Die Wand sieht nach wie vor aus wie ein Labyrinth mit Punkten. Aber nicht mehr lange, denn der erste Grundanstrich folgt nach dem Trocknen der Spachtelmasse.
  • Ausbesserungen im dritten Spachteldurchgang
    © diybook | Ist der erste Grundanstrich aufgetragen, ist die Wand weiß wie Schnee. Durch den Anstrich und die einheitlich weiße Farbe werden jetzt alle noch so kleinen Unebenheiten sichtbar und können verspachtelt werden. Hauptsächlich werden dabei die Stöße nochmals überarbeitet und kleine Fehler ausgemerzt. Ist das gelungen, ist es geschafft und das Rigips-Verspachteln ein Erfolg!
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Wie so oft führen auch beim Trockenbauplatten- und Rigips-Verspachteln viele Wege zum Ziel. Das in diesem Video gezeigte Vorgehen ist ein für Heimwerker wie auch Profis sehr dankbarer Weg, denn die Schlussspachtelung findet erst nach der Grundierung statt.

Das Warum ist schnell erklärt: Sind alle Wände wieder schön weiß, werden auch kleinste Unebenheiten erneut sichtbar und lassen sich noch ausmerzen. Absolut ebene Wände werden dadurch zum Kinderspiel! Also: Diese Video-Anleitung sehen und Rigips verspachteln wie der Profi!

Der Trockenbau ist eine Bauweise, die heute weder auf modernen Baustellen noch beim Heimwerken wegzudenken ist. Egal ob als Installationswand, Zwischenwand, Trockenputz oder Zwischendecke - Trockenbauplatten finden nahezu überall Verwendung. Die Sache ist nur die: Beim Einsatz von Trockenbau- bzw. Rigipsplatten muss eine Menge verspachtelt werden. Wie auch Heimwerker ohne Probleme Rigips verspachteln können, zeigen wir in diesem Artikel.
Werkzeuge: 
Leiter
Leiter
Eine Leiter zählt zur Grundausstattung eines jeden Handwerkers und Haushaltes. Das Gerät, das die meiste Zeit des Jahres unbeachtet in der Ecke steht, hat deutlich mehr Anwendungsmöglichkeiten als gemeinhin bekannt.
Baueimer (Baukübel)
Baueimer (Baukübel)
Was wäre ein Heimwerker ohne seinen Baueimer? Tatsächlich erweist sich ein Eimer bei verschiedenen Arbeiten in Haus und Garten als unverzichtbarer Begleiter.
Kellenspachtel
Kellenspachtel
Kellenspachtel unterscheiden sich von einem normalen Spachtel in der Art der Aufmachung und im Anwendungsbereich. Sie haben die Form einer Kelle, welche dem Spachtel den Namen gab.
Spachtel
Spachtel
Ein Spachtel ist wohl der Klassiker in der Werkzeugkiste eines jeden Profi- und Hobby-Handwerkers. Mit einem Spachtel lassen sich nicht nur unterschiedlichste Spachtelarbeiten durchführen.
Schraubendreher / Schraubenzieher
Schraubendreher / Schraubenzieher
Schraubenzieher, oder fachlich korrekt Schraubendreher, sind die Klassiker unter den Werkzeugen. Im heutigen Haushalt darf dieses Werkzeug nicht fehlen.
Materialien: 
Fugendeckstreifen, Gitterband
Fugendeckstreifen, Gitterband
Trockenbauwände arbeiten - Fugendeckstreifen halten dagegen. Das ist der Lauf der Dinge. Besonders Trockenbau in Holzständerbauweise neigt dazu, sich zu verziehen.
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Kommentare

Diese anleitung hat mir sehr geholfen.

Danke für diese tolle Anleitung! Eine Frage noch: Auf dem letzten Bild der Fotostrecke ist die Rede von einem Grundanstrich. Ist damit Farbe gemeint? Auf dieser wird dann ggf. (wenn nötig) nochmal gespachtelt? Danke im Voraus!

Hallo Thomas, genau. Denn erst bei einer einheitlich weißen Fläche sieht man die letzten Unebenheiten sehr gut. Viele Grüße

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